Luftiger Auftritt: The Beat-Union im 17. Stock des Wüstenrot-Gebäudes. Foto: privat

Spannendes Projekt: Ein besonderes Konzert, das auf die Situation Kulturschaffender aufmerksam machen, aber einfach auch Musikern und Veranstaltern einmal wieder Einsatzmöglichkeit bieten und dem Publikum eine Freude machen will, gibt es am Freitag als Stream zu sehen.

Ludwigsburg - Die Schließung von Theatern und Bühnen gleicht für Künstler und Musiker einem Berufsverbot. Viele sind seit mehr als einem Jahr nicht mehr aufgetreten. Dabei unterscheidet sich der Rapper nicht vom Blechbläser oder dem Orchestermitglied.

Auf die schwierige Situation der Musiker und Mitarbeiter der Branche, die normalerweise hinter den Bühnen tätig sind, wollen nun Kulturschaffende und Unterstützer mit einem Benefizkonzert aufmerksam machen. Bei der Veranstaltung „music4help“ treten 17 Künstler und Kombos aus Ludwigsburg und Umgebung auf. Die Mischung könnte man als wild beschreiben – das ist gewollt. Sie soll die Vielfalt der Musikbranche und eben auch der von der Krise Betroffenen zeigen. Neben dem Mundart-Rapper MC Bruddaal spielen beispielsweise die Ludwigsburger Kultband The Beat-Union, das Ludwigsburger Blechbläser Quintett und das Swingjazz-Duo Sugar Blues.

„Endlich wieder ein normales Gefühl bei der Arbeit“

Die Konzerte wurden vorab an sehr unterschiedlichen, teils ungewöhnlichen Orten wie dem 17. Stock des Wüstenrot-Gebäudes, im Seeschloss Monrepos oder im Louis-Bührer-Saal der Kreissparkasse aufgezeichnet. Für Zuschauer, die nicht mit jeder Stilrichtung etwas anfangen können, ist der Abend nach Genres in vier Abschnitte unterteilt.

Die Idee, hiesigen Künstlern mal wieder eine Bühne zu bieten, hatte Udo Strehl. Nachdem er vor Weihnachten eine Fernseh-Debatte verfolgt hatte, in der es um die Situation Kulturschaffender ging, fragte der Gründer des Möglinger Unternehmens USU bei den jetzigen Vorständen nach. Seine Firma finanziert das Konzert nun. Die Eventagentur Müller inszeniert die Aufzeichnungen, das Scala hat bei der Auswahl der Künstler geholfen. Rasch wurde aus einer fixen Idee ein größeres Projekt. „Wir betreiben schon einen ziemlichen Aufwand“, sagt der Eventagentur-Chef Ralf Müller darüber. „Aber es waren alle froh, dass sie endlich mal wieder ein normales Gefühl bei der Arbeit hatten.“

Die Spenden gehen an Kulturschaffende vor Ort

Der Stream ist umsonst, die Organisatoren freuen sich aber über Spenden. Dass ein fünfstelliger Betrag zusammenkommt, halten sie für realistisch. Das Geld soll an Veranstalter und Bühnen gespendet werden und über Gagen an Musiker oder Bühnenhelfer fließen. Lions und Rotary Club sorgen dafür, dass das Geld tatsächlich an ausgewählte Künstler und Kulturschaffende im Kreis Ludwigsburg geht.

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