Unfallort in Hofen: An dieser Stelle am Seeblickweg soll eine Fußgängerampel installiert werden. Foto: Andreas Rosar

Nach dem Aufschrei soll es nun doch schnelle Behelfslösungen geben, um die Unfallkreuzung in Hofen sicherer zu machen. An dem Überweg gab es schon drei Tote.

Stuttgart - Drei tödliche Fußgängerunfälle an einer Stelle – der große Aufschrei in den Stuttgarter Stadtteilen Hofen und Neugereut über die gefährliche Unfallkreuzung im Seeblickweg hat die Stadt nun doch zu schnellem Handeln veranlasst: Als Übergangslösung soll ein neuer Ampel-Überweg für Fußgänger gebaut werden. Dies so lange, bis die Kreuzung mit der Benzenäckerstraße für 1,9 Millionen Euro zu einem Kreisverkehr umgebaut ist.

Eine 80-jährige Fußgängerin war am 12. März tödlich verletzt worden, als sie auf einer Mittelinsel von einem Auto überfahren wurde. Der 58-jährige Fahrer hatte die Kontrolle verloren. Der Unfall hatte auch deshalb große Betroffenheit ausgelöst, weil in diesem Bereich schon seit Jahren ein Umbau gefordert wird. Im August 2017 war dort ein neunjähriger Bub, im Dezember 2013 ein 71-jähriger Passant tödlich verunglückt. Ein geplanter Kreisverkehr lässt auf sich warten. Der Gemeinderat hatte die Finanzierung vertagt, frühestens im Herbst 2020 ist mit einem Baubeginn zu rechnen.

„Kurzfristig das richtige Signal“

„Ein Überweg mit einer Ampel ist kurzfristig das richtige Signal“, erklärt nun die Leiterin der Verkehrsbehörde im Ordnungsamt, Susanne Scherz. Die Mittelinsel soll abgebaut, die neue Fußgängerfurt bis Mai in Betrieb genommen werden – als Übergangsmaßnahme. „Es geht in erster Linie darum, das Sicherheitsgefühl der Fußgänger zu verbessern“, so Susanne Scherz.

Die Unfallkommission mit Stadt- und Polizeivertretern stellt zwar fest, dass die drei tödlichen Fußgängerunfälle in keinem Zusammenhang miteinander stünden – doch ganz offensichtlich hatte Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann die Ängste der Anwohner eindrücklich schildern können.

Die Ursache des letzten Unfalls bleibt unklar. „Der Seeblickweg ist aber keine Strecke, bei der zu hohe Geschwindigkeiten das Problem wären“, sagt Polizeisprecher Olef Petersen. Es habe keine Auffälligkeiten gegeben. Offenbar lässt sich die Verkehrsführung etwas nachbessern: Eine Leitschwelle mit Minibaken, bekannt aus Baustellenabschnitten, soll den Autofahrern aus Neugereut in Richtung Max-Eyth-See die Orientierung in der leichten Kurve erleichtern. „Die Verunsicherung ist groß. Man musste natürlich etwas tun“, sagt Petersen. Die Polizei hoffe, dass das Maßnahmenpaket „zu mehr Sicherheit an dieser Stelle beiträgt“.

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