Ein 19-Jähriger wurde von einer Regionalbahn erfasst. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Ein 19-Jähriger läuft nach dem Frühlingsfest-Besuch entlang der Gleise, als sich eine Regionalbahn nähert. Der Zugführer kann trotz eingeleiteter Schnellbremsung eine Kollision nicht verhindern.

Stuttgart - Zwischen dem Bahnhof Bad Cannstatt und dem Haltepunkt Neckarpark ist es am Freitagabend gegen 22.30 Uhr zu einem Personenunfall gekommen. Eine Regionalbahn mit Fahrtrichtung Tübingen hat einen 19-Jährigen etwa 100 Meter vor der Haltestelle Neckarpark erfasst.

Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der stark alkoholisierte Jugendliche nach dem Besuch des Stuttgarter Frühlingsfestes unberechtigt entlang der Gleise lief. Um den Verletzten zu bergen und den Unfallort ausleuchten zu können, musste die Feuerwehr eine Drehleiter in den Einsatz bringen.

Bahnverkehr für rund eine Stunde beeinträchtigt

Durch den Unfall erlitt der 19-Jährige eine offene Ellenbogenfraktur sowie Abschürfungen im Gesicht und wurde anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert. Bei der Schnellbremsung des Zuges verletzte sich keiner der etwa 130 Reisenden im Zug. Sie konnten gegen 23.30 Uhr mit einem Anschlusszug am Haltepunkt Neckarpark ihre Reise in Richtung Tübingen fortsetzen.

Aufgrund der umfangreichen Rettungsmaßnahmen waren die S-Bahngleise zwischen Stuttgart und Plochingen in der Zeit von 22.36 Uhr bis 23.46 Uhr und die angrenzenden Ferngleise zwischen Bad Cannstatt und Untertürkheim von 22.51 Uhr bis 23.17 Uhr polizeilich gesperrt. Hierdurch kam es zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr, insbesondere im Rahmen der Rückreisephase vom Stuttgarter Frühlingsfest, sodass die Bahnsteige am Bahnhof Bad Cannstatt kurzzeitig voll ausgelastet waren.

Die Bundespolizei warnt eindringlich

Die Bundespolizei warnt in diesem Zusammenhang eindringlich vor den Gefahren bei Aufenthalten im Gleisbereich. Insbesondere während des Stuttgarter Frühlingsfestes versuchen Reisende oftmals unberechtigt die Gleise zu überschreiten, um beispielsweise noch ihren Zug zu erreichen. Die Gefahr von herannahenden Zügen wird hierbei oftmals unterschätzt. Züge nähern sich fast lautlos und können je nach Windrichtung oft erst sehr spät wahrgenommen werden.

Ein Zug, der sich mit 160 km/h nähert, benötigt für eine Strecke von 100 Metern gerade einmal 2,2 Sekunden. Züge können Hindernissen nicht ausweichen und selbst bei einer sofort eingeleiteten Schnellbremsung beträgt der Bremsweg mehrere hundert Meter. Ein elektrisch betriebener Zug, selbst bei einer Geschwindigkeit von über 200 km/h, ist für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn er bereits vorbeifährt. Vielen Personen ist außerdem nicht bewusst, dass auch außerhalb des ausgehängten Fahrplanes ein Zugverkehr (z.B. Sonder- oder Güterzüge) stattfindet.

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