Idyllische Vorstellungen von der Rente haben heute nur noch wenige Menschen. Foto: dpa

Was ist den Baden-Württembergern im Ruhestand wichtig? Wie sieht es mit der Vorbereitung auf die Rente aus? Eine Umfrage gibt Antworten – und zeichnet kein besonders positives Bild von der Zeit nach dem Arbeitsleben.

Stuttgart - Endlich all das tun, was im Arbeitsleben nicht möglich war: Reisen in ferne Länder, Hobbies nachgehen, mehr Zeit für die Familie. Die Aussichten auf das Rentenalter könnten so rosig sein, in Realität sieht es bei vielen aber anders aus. Denn bei knapp der Hälfte aller Erwerbstätigen in Baden-Württemberg überwiegt die Sorge beim Gedanken an den Ruhestand. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Versicherungsunternehmen Axa. Nur 35 Prozent der Befragten im Land freuen sich demnach auf die Rente.

Dabei stehen die Arbeitnehmer im Land in Sachen Vorsorge an der Spitze: Durchschnittlich 167 Euro pro Monat investieren sie in die private Altersvorsorge. Das ist der zweithöchste Betrag im Ländervergleich, mehr wird nur in Hessen investiert. Ausreichend vorbereitet fühlen sich aber nur die wenigsten: 55 Prozent halten das, was sie bisher für die Altersvorsorge getan haben, für nicht ausreichend. 38 Prozent halten ihre Vorsorge für ausreichend – mehr als der Bundesdurchschnitt mit 32 Prozent.

Fernsehen und Online Surfen ist wichtig

Und welche Prioritäten wollen die Baden-Württemberger im Ruhestand setzen? Gefragt, auf was sie nicht verzichten würden, geben mit 45 Prozent die meisten das Fernsehen an. Erst auf dem zweiten Platz kommen Familie und Freunde besuchen (41 Prozent). Ebenfalls wichtig: das Surfen im Internet (39 Prozent). Lesen, Auto fahren und Reisen kommen erst später.

Auch nach möglichen Rentenreform-Plänen wurde gefragt. Eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre halten mehr als 80 Prozent der befragten Ruheständler im Land für schlecht oder sehr schlecht. Ein automatischer Beitritt in eine betriebliche Altersvorsorge für Berufsanfänger hingegen würden 81 Prozent positiv beurteilen.

Informationen zur Umfrage

Für den Deutschland-Report 2018 wurden im April 3368 Interviews mit Erwerbstätigen und Ruheständlern geführt. Die Befragung wurde bundesweit durchgeführt.

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