Stefan Seidl und die übrigen Pfadfinder haben nicht nur die Wandel freigeschnitten, sondern auch Wandertafeln aufgehängt. Foto: Schmidt

Ein Anfang ist gemacht: Die Pfadfinder haben 800 Meter Wandelnetz von Gestrüpp und Dornen befreit.

Uhlbach - Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Wo bis vor einigen Tagen noch ein Dickicht aus Dornenzweigen, kniehohem Gras und Gestrüpp das Durchkommen fast unmöglich gemacht hat, ist ein schöner Wanderweg entstanden. Die Pfadfinder aus Obertürkheim haben im Rahmen einer deutschlandweiten Aktion oberhalb von Uhlbach gut 800 Meter des historischen Wandelnetzes freigeschnitten. Sie haben auf dem alten Trampelpfad, der vom Äckerlesweg hinauf zu einer Streuobstwiese mit einer steinernen Bank und dann weiter oberhalb des Weinorts ein ganzes Stück am Berg entlang verläuft, Dornen und Gestrüpp entfernt und das Gras an den Hängen gemäht.

Die schmalen Fußwege, die von den alteingesessenen Weingärtnern Gwandwege genannt werden, führen letztlich an Gartengrundstücken, Obstwiesen und Weinbergen vorbei bis hinauf zur Rotenberger Grabkapelle auf dem Württemberg. Wer sich in der Vergangenheit einmal die Mühe gemacht hat, statt über die Markgräflerstraße über dieses alte Wegenetz bis nach Rotenberg zu laufen, weiß wie hart die 20 freiwilligen Helfer im Alter zwischen sechs und 35 Jahren gearbeitet haben. Die Pfade waren vollkommen zugewuchert. Das bestätigt auch Stefan Seidl von den Pfadfindern Obertürkheim: „Wir haben acht bis zehn Kubikmeter Grünschnitt zur Deponie Einöd in Hedelfingen gefahren.“

Wenn auch noch nicht das gesamte Wandelnetz zwischen Uhlbach und Rotenberg wieder begehbar ist, ein Anfang ist gemacht. Außerdem haben die Pfadfinder an verschiedenen Stellen sowohl in Uhlbach als auch an der Rotenberger Grabkapelle Wandertafeln angebracht. Mit deren  Hilfe können sich Touristen künftig besser in den Weinbergen orientieren. Lilien-Wandel haben sie ihren Weg getauft. Kleine blaue Wegweiser mit einer weißen Lilie, dem Symbol der Pfadfinder, sollen in Zukunft eine weitere Orientierungshilfe für die Wanderer bieten. „Wir wollen die Wandel bekannter machen“, sagt Stefan Seidl. Denn auch wenn es sich bei dem Wandelprojekt um eine einmalige Aktion gehandelt hat, wünschen sich die Pfadfinder, dass die Wege dauerhaft begehbar bleiben. Sie hoffen deshalb zum einen, dass in Zukunft möglichst viele Touristen in den Weinbergen zwischen Uhlbach und Rotenberg unterwegs sind. Zum anderen wünschen sie sich aber auch, dass die Stadtverwaltung das Uhlbacher Wandelnetz in ihr Pflegekonzept mit aufnimmt.

Schließlich befinden sich die Wege nicht in Privatbesitz, sondern sie gehören der Stadt. Die Aufnahme in das Pflegekonzept ist eine Forderung, die CDU und Grüne bereits im März dieses Jahres im Obertürkheimer Bezirksbeirat formuliert haben.

ZEICHEN FÜR SOLIDARITÄT

Aktion
Das Wandelprojekt der Pfadfinder in Uhlbach war Teil der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend. Vom 13. bis 16. Juni haben bundesweit rund 3700 Gruppen mit mehr als 170 000 Aktiven an der Aktion teilgenommen.

Idee
Das Ziel der Aktion war es, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in nur drei Tagen eine gemeinnützige soziale, ökologische, interkulturelle oder politische Aufgabe realisieren und damit ein Zeichen für Solidarität setzen.

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