Oscar Bergendahl wird mit Pick Szeged in Verbindung gebracht – der TVB Stuttgart weiß von nichts. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Der TVB Stuttgart startet mit dem Heimspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt in die zweite Saisonhälfte – und es stellen sich einige Fragen: Wie hart wird der Abstiegskampf? Bleibt Michael Schweikardt über die Saison hinaus Trainer? Ist eine Rückkehr von Kai Häfner ein Thema?

Sieben Wochen Bundesliga-Pause sind für den TVB Stuttgart vorbei. An diesem Sonntag (16.05 Uhr) geht es für das abstiegsgefährdete Team von Trainer Michael Schweikardt gegen den Tabellenfünften SG Flensburg-Handewitt weiter.

 

Zuschauer Der positivste Aspekt vorneweg: Für das erste Heimspiel des Jahres sind bereits 5400 Tickets verkauft. Rund 5700 Besucher werden am Sonntag in der Stuttgarter Porsche-Arena erwartet. Im Gegensatz zur sportlichen Bilanz hat es der TVB in Sachen Zuschauerschnitt mit Platz acht schon in die erste Tabellenhälfte der Liga geschafft. „Mit den bisher erreichten 4020 Fans im Schnitt sind wir sehr, sehr zufrieden“, sagt Geschäftsführer Jürgen Schweikardt, der aber auch einräumt, dass einige vergünstigte Aktionstickets den finanziellen Erfolg relativieren. Um die Halle vollzubekommen, betreibt der Club einen großen Aufwand. TVB-Profis besuchen regelmäßig Schulen und Vereine, die im Normalfall maximal eine Autostunde von Stuttgart entfernt sind. „Bis zu 120 Trainingseinheiten pro Saison kommen da zusammen. Damit können wir neue Fans gewinnen und Kunden binden. Die Nahbarkeit unserer Spieler ist dabei Gold wert“, erklärt Vertriebschef Philipp Klaile. Die Interessenten aus den Schulen und Vereinen erhalten für die Heimspiele dann günstigere Karten.

Sportliche Lage Das Polster auf einen Abstiegsplatz beträgt gerade einmal vier Punkte für den Tabellenviertletzten (10:26 Zähler). „Das wird keine einfache Geschichte, wir haben bisher vier Punkte zu wenig geholt“, sagt Jürgen Schweikardt über den sportlichen Überlebenskampf. Was die Aufgabe nicht leichter macht, ist nicht nur das schwere Auftaktprogramm gegen die SG Flensburg-Handewitt, die Rhein-Neckar Löwen, beim Bergischen HC und gegen Frisch Auf Göppingen, sondern vor allem der Aufwärtstrend bei GWD Minden (6:30 Punkte), mit dem der Tabellenvorletzte in die WM-Pause ging. „Fünf bis sechs Siege brauchen wir noch in dieser Saison, aber wir müssen die Ruhe bewahren“, fordert der TVB-Geschäftsführer.

Trainerfrage Michael Schweikardt schaffte nach dem Rauswurf von Roi Sanchez mit 8:2 Punkten die Wende. Zudem sammelte er mit seiner überlegten und unaufgeregten Art des Coachings Pluspunkte. Das Problem: Er konnte den Trend nicht verstetigen – es folgten 2:14 Punkte. Will der 39-Jährige über die vereinbarte Zeit (Saisonende) Trainer bleiben, muss er Ergebnisse liefern. Ansonsten wird er ab Juli wieder als Leiter Nachwuchsförderung/Scouting arbeiten und ein neuer Bundesliga-Chefcoach kommen. Denkbarer Kandidat wäre ausgerechnet Frank Carstens, der am Rundenende GWD Minden – unabhängig vom Ligaverbleib – verlassen wird, hohe Wertschätzung in der Liga genießt und noch keinen neuen Verein hat. Jürgen Schweikardt zum Trainerthema: „Es ist mit den Gesellschaftern besprochen, dass wir in den nächsten Wochen die Ergebnisse und die Entwicklung der Mannschaft abwarten – und dann entscheiden.“

Kaderthemen Schon für die restlichen 16 Saisonspiele hat der TVB einen neuen Kreisläufer verpflichtet: Marino Maric (SC DHfK Leipzig) machte das Rennen vor Evgeni Pevnov (TSV Hannover-Burgdorf). Nicht ausgeschlossen, dass noch ein Mann für den rechten Rückraum als Alterative zu Jerome Müller und Jan Forstbauer (beide Vertrag bis 2024) hinzukommt. Über die Linkshänder Franz Semper (SG Flensburg-Handewitt) und den Ex-Balinger Vladan Lipovina (SC Magdeburg) machte sich der TVB Gedanken, die sich inzwischen zerschlagen haben. Für die neue Saison steht fest, dass Ivan Sliskovic den Verein verlassen wird. Der TVB nutzte die bis zum 31. Januar vorhandene Option, das Vertragsverhältnis am Rundenschluss zu beenden.

Neben Fakten gibt es aber auch das eine oder andere Gerücht. Kreisläufer Oscar Bergendahl wird mit dem ungarischen Topclub Pick Szeged in Verbindung gebracht. Außerdem geistert eine mögliche Rückkehr von Nationalspieler Kai Häfner zum TVB in der Handballszene herum. Jürgen Schweikardt muss schmunzeln: „Es wäre nicht schlimm, wenn an dem Gerücht mit Häfner etwas dran wäre, aber ich habe mit Kai kein Wort gesprochen.“ Der 33-jährige Linkshänder zählt bei der MT Melsungen nicht nur zu den absoluten Topverdienern, er hat bei den Nordhessen zudem noch einen Vertrag bis 2024. Was aber nicht heißt, dass der gebürtige Schwäbisch Gmünder, dessen Frau auch aus der Region stammt, allerspätestens danach ein Thema werden könnte.

So geht’s weiter

Bundesliga
TVB – SG Flensburg-Handewitt (12. Februar, 16.05 Uhr), Rhein-Neckar Löwen – TVB (19. Februar, 16.05 Uhr), Bergischer HC – TVB (26. Februar, 16.05 Uhr), TVB – Frisch Auf Göppingen (2. März, 19.05 Uhr), GWD Minden – TVB (16. März, 19.05 Uhr), TVB – HSG Wetzlar (26. März, 16.05 Uhr), TVB – MT Melsungen (30. März, 19.05 Uhr), HSV Hamburg – TVB (2. April, Uhrzeit offen).