Simon Baumgarten beim Abflug vom Kreis: Der TVB-Rechtshänder spielt bisher eine starke Saison Foto: Baumann

Mit 3:17 Punkten empfängt Handball-Bundesligist TVB 1898 Stuttgart an diesem Sonntag (15 Uhr/Porsche-Arena) den SC Magdeburg. So richtig rund läuft es beim Neuling bisher nur am Kreis: Auf Simon Baumgarten ist immer Verlass.

Stuttgart - Als kleiner Junge saß Simon Baumgarten (30) wie so viele Nachwuchshandballer aus der Region in der damaligen Hohenstaufenhalle hinter dem Tor und bestaunte die Bundesligaspiele von Frisch Auf. Angetan hatten es dem gebürtigen Göppinger dabei vor allem die Spiele gegen den THW Kiel: Magnus Wislander war sein großes Vorbild. Der schwedische Weltklasse-Spielmacher und -Kreisläufer hat seine Karriere 2005 beendet. Dass Baumgarten nun selbst mit dem TVB 1898 Stuttgart in der Beletage angekommen ist, empfindet er als großes Privileg: „Für mich ist es ein Traum, dass ich mich mit internationalen Topstars messen kann“, sagt er vor dem Heimspiel an diesem Sonntag (15 Uhr/Porsche-Arena) gegen den SC Magdeburg.

Der Koloss am Kreis lässt sich nicht so leicht wegschieben

Zwar spiegelt die Ausbeute des Aufsteigers (3:17 Punkte) etwas anderes wider, doch Baumgarten ist der Sprung aus der zweiten Liga problemlos gelungen. „Simon spielt bisher eine überragende Saison“, lobt ihn sein Ex-Trainer und Geschäftsführer Jürgen Schweikardt. Die Gegenspieler sind schneller, dynamischer, athletischer – doch Baumgarten hält mit seinen 1,93 Metern und 112 Kilogramm dagegen. Der Koloss am Kreis lässt sich nicht so leicht wegschieben, er beschäftigt die gegnerische Abwehr permanent, stellt Sperren für die Rückraumspieler und glänzt auch noch als Torschütze. In seinen sieben Bundesligaeinsätzen traf er 22- mal bei einer Quote von 88 Prozent.

An der guten Bilanz hat auch Teo Coric (23) seinen Anteil. Der Neuzugang vom Champions-League-Teilnehmer RK Zagreb hat zwar bisher weitaus weniger Spielanteile als Baumgarten. Doch der Kroate macht ständig Druck auf den Platzhirsch. Vom Konkurrenzkampf der ähnlichen Spielertypen, die allerdings beide in der Abwehr noch zulegen können. profitiert die Mannschaft.

Unter Trainer König haben sich schon viele Kreisläufer gut entwickelt

Warum es ausgerechnet am Kreis so rund läuft, liegt für Jürgen Schweikardt auch im neuen Trainer begründet. „Thomas König hat während seiner Zeit bei der TSG Friesenheim gezeigt, dass er ein Händchen dafür hat, Kreisläufer weiterzuentwickeln“, betont der TVB-Geschäftsführer. Erik Schmidt (inzwischen TSV Hannover-Burgdorf) brachte es zum Nationalspieler, genauso der Ex-Göppinger Ewgeni Pewnow (VfL Gummersbach). Auch die ehemaligen Friesenheimer Alexander Becker (Gummersbach) und Christian Klimek (TuS N-Lübbecke) begleitete König auf ihrem Weg zu gestandenen Bundesligaspielern.

Das will auch Baumgarten auf seine alten Tage noch werden. Und zwar ohne den Verein zu wechseln. „Wenn wir unsere leichten Fehler abstellen, dann bleiben wir auch ganz sicher drin“, sagt der heimatverbundene Schwabe mit dem Selbstvertrauen, das einst auch sein Vorbild Wislander auszeichnete.

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