Der völlig demolierte Aufbau des Transporters. Foto: 7aktuell.de/Kevin Lermer

Der Autotunnel unter der Bahnstrecke in Weinstadt-Beutelsbach ist nur zwei Meter hoch und mittlerweile berühmt-berüchtigt – als unfallträchtige Endstation für Kleinlaster.

Den Begriff „Transporterfalle“ hören die Verantwortlichen im Weinstädter Rathaus nicht gerne. Schließlich liegen an der neuralgischen Stelle keine aktiven Handlungen vor oder gar Rathausbeamte auf der Lauer, um etwa Fahrer von Kleinlastwagen regelmäßig auf frischer Tat zu erwischen oder sie gar bewusst zu einfangen.

 

Erneuter Unfall in der Cannonstraße

Und dennoch bleibt zu konstatieren: die im Volksmund mit eben dieser Bezeichnung versehene „Transporterfalle“ hat wieder zugeschlagen – bei einem Unfall am Samstagvormittag, einmal mehr an der Bahnunterführung im Stadtteil Beutelsbach.

Nach Polizeiangaben war es am Samstag gegen 11 Uhr, als ein 68-Jähriger mit seinem VW Crafter versuchte, von der Poststraße aus durch die Bahnunterführung zu gelangen. „Da sein Fahrzeug höher als die beschilderte Maximalhöhe von zwei Metern war, blieb er in der Unterführung stecken“, erläutert ein Polizeisprecher. Nach Beobachtungen von Zeugen fuhr der 68-Jährige offenbar ohne diesen Aufbau weiter und stellte letztlich sein Fahrzeug am Straßenrand ab. Am Fahrzeug entstand Sachschaden in Höhe von circa 8000 Euro. Über die Schadenshöhe an der Unterführung ist noch nichts bekannt. „Das Fahrzeug musste durch die örtliche Feuerwehr aus der Unterführung befreit werden“, so der Polizeisprecher.

Rätselhafte Unfallserie

Warum an dieser Stelle, dem Verbindungstunnel zwischen der Cannonsstraße und der Poststraße, immer wieder Kleinlaster hängen bleiben, ist Beobachtern ein Rätsel. Schließlich hat die Weinstädter Verwaltung auf beiden Seiten der Unterführung Warnschilder aufgestellt und Blinklichter aktiviert, dass nur Fahrzeuge bis zwei Meter Höhe überhaupt darunter durchkommen.

Im Rathaus jedenfalls sind die Verantwortlichen überzeugt, „alles Erdenkliche“ getan zu haben, um solche Unfälle zu vermeiden. „Der Stadt tut es um jeden einzelnen Fahrzeugführer leid, der an dieser Stelle hängen bleibt“, erklärte eine Rathaussprecherin nach einem Vorfall im Juli 2022 auf Nachfrage unserer Redaktion.

Bauliche Veränderungen würden zig Millionen kosten, sagt die Stadt

Bauliche Veränderungen seien wegen der Gegebenheiten vor Ort nicht möglich, eine Tieferlegung der Straße beispielsweise. Inklusive der Tieferlegung von Gehwegen und Versorgungsleitungen wäre diese „ein Millionenvorhaben, das die Stadt nicht stemmen möchte“, so die Sprecherin seinerzeit.

Die jüngsten Vorfälle vor dem aktuellen vom Samstag ereigneten sich im Dezember sowie im Juli vergangenen Jahres.