Hermann Strampfer. Foto: dpa

Nach schwerer Krankheit ist der Regierungspräsident von Tübingen, Hermann Strampfer, verstorben. Seit einem halben Jahr war er krankgeschrieben.

Stuttgart/Tübingen - Der Regierungspräsident von Tübingen, Hermann Strampfer, ist tot. Der CDU-Politiker starb am Mittwoch im Alter von 63 Jahren an einer schweren Krankheit, wie die Landesregierung mitteilte. „Wir sind alle sehr traurig, dass unser hochgeschätzter Regierungspräsident mit seiner menschlichen und humorvollen Art nicht mehr unter uns weilt“, sagte Regierungsvizepräsidentin Grit Puchan. Strampfer hat das Präsidium neun Jahre geleitet. Seit einem halben Jahr war er krankgeschrieben. Wer ihm als Regierungspräsident nachfolgt, war zunächst offen.

Kretschmann: "Land verliert engagierten Spitzenbeamten"

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) erklärte, mit Strampfer verliere das Land einen engagierten und versierten Spitzenbeamten und eine Führungspersönlichkeit mit Herz, Leidenschaft und Verstand. Strampfer habe Themen wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und Naturschutz sowie Verkehrsinfrastruktur vorangetrieben. Innenminister Reinhold Gall (SPD) teilte mit, Strampfer sei ein vorbildlicher, verlässlicher und gradliniger Amtschef gewesen - zudem grundanständig, äußerst hilfsbereit, überaus fleißig und bei den Menschen beliebt. „Er hatte auch die Gabe, über sich selbst zu lachen.“

Strampfer wurde in Schwäbisch Gmünd geboren und studierte Rechtswissenschaften. 1981 wechselte er in die Finanzverwaltung und machte eine Ausbildung im Steuerrecht. Seit Mitte der achtziger Jahre arbeitete er im Finanzministerium: Zuerst als Pressesprecher, später als persönlicher Referent des Finanzministers Guntram Palm (CDU). 1996 zog Strampfer ins Staatsministerium um, zunächst als Leiter des Referats Haushaltpolitik, später als Leiter der Abteilung 1, unter anderem zuständig für Steuerpolitik, Inneres und Verkehr. Eines der wichtigsten Projekte seiner Amtszeit in der Regierungszentrale war 1999 die Fusionierung von Südwest-LB, Landesgirokasse und Teilen der L-Bank zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Im Staatsministerium schätzten die Mitarbeiter den Mann mit dem wachen Blick wegen seines teamorientierten Führungsstils: Er sei ein guter Zuhörer und respektvoll, von guten Argumenten lasse er sich überzeugen, war vor seinem Wechsel nach Tübingen zu hören. Das Regierungspräsidium erklärte am Mittwoch, Strampfer habe großes Ansehen im Regierungsbezirk und weit darüber hinaus genossen. Auch die CDU Württemberg-Hohenzollern und deren Vorsitzender Thomas Bareiß trauern um Strampfer. „Er hat gegen die Krankheit gekämpft und den Kampf leider nicht gewonnen“, sagte Bareiß. „Wir sind tief getroffen und verlieren einen ganz besonderen Menschen und Freund.“

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