René Casselly ist aus zahlreichen Fernseh-Shows bekannt. Im Schmidener Stadion hat er mit dem Stabhochspringer Joshua Stallbaum eine neue Disziplin trainiert.
Konzentriert steht der Mann im dunkelgrünen Sweatshirt auf der Kunststoffbahn des Schmidener Stadions und hebt ein Ende des fast fünf Meter langen faserverstärkten Kunststoffstabs knapp über die Waagerechte. Er rennt los, wird schneller, rammt schließlich ein Ende des Sprungstabs in den Einstichkasten und katapultiert sich in die Höhe.
Zumindest ein wenig, denn auf der dicken Schaumstoffmatte landet nicht ein versierter Leichtathlet, sondern ein Schwergewicht der Akrobatik und der Fernsehunterhaltung. René Casselly ist zusammen mit seinem Manager Klaus Kärcher zu Besuch im Schmidener Stadion. „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen“, sagt der 27-Jährige.
Cassellys Trainer Joshua Stallbaum hat eine Bestleistung von 5,05 Meter
Von denen hat er in seinem noch jungen Leben schon so einige gemeistert und ist deswegen einem breiten TV-Publikum bekannt. Als Sieger der 15. Staffel der Tanzshow „Let’s Dance“ beispielsweise oder als Gewinner des Goldenen Clowns beim Internationalen Zirkusfestival von Monte Carlo, wo ihm unter anderem ein doppelter Salto auf einem Pferd gelang. „Er hat als erster Deutscher Ninja Warrior gewonnen“, ergänzt der in Schmiden wohnende Klaus Kärcher, dessen Tochter Dafne einst bei TSV-Trainerin Susanne Widmann-Klein geübt hat. Und weil René Casselly einige Tage im Hause Kärcher logiert, war der Weg zum TSV und zu Joshua Stallbaum nicht weit.
Stabhochsprung sollte die Herausforderung diesmal sein, an die sich René Casselly unter kompetenter Anleitung wagen wollte. 5,05 Meter beträgt die vom 25. Juni dieses Jahres datierende Bestmarke von Joshua Stallbaum, der bei den deutschen U-20-Meisterschaften zuletzt Platz vier belegt hat.
Casselly überspringt 2,50 Meter und ist enttäuscht
Der Fachmann führte René Casselly rund zwei Stunden lang im Schnelldurchgang durch die Grundzüge der vielleicht komplexesten leichtathletischen Disziplin. Die richtige Haltung galt es zu erlernen, das Laufen mit dem Stab will gelernt sein, ebenso wie das richtige Einstechen, der Absprung und schließlich die Bewegung über der Latte. Schnell wird auch dem laienhaften Beobachter klar, dass da ein Ausnahmeathlet am Werk ist. Voll fokussiert, wie ihn die Zuschauer aus dem Fernsehen kennen, geht René Casselly in Schmiden ans Werk. Dass sich die Temperaturen in der Abenddämmerung dem ungemütlichen Bereich nähern? Geschenkt. Dass er Stunden zuvor mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug gesprungen ist und außerdem an einem lädierten Rücken laboriert, blendet René Casselly ebenfalls aus. Mehr als 30 Anläufe nimmt er und landet ebenso oft auf der Matte. An die Bestmarke von Joshua Stallbaum kommt er zum eigenen Ärger nicht heran. „Ich bin enttäuscht“, sagt er hinterher. Sein Trainer bewertet die Lage anders: „Für das erste Mal Stabhochspringen sind 2,50 Meter sehr gut.“
Nach einer Fotosession mit den A-Jugend-Handballern des HSC Schmiden/Oeffingen, die zeitgleich im Stadion ein Athletik-Training absolvierten, verabschiedete sich René Casselly, wobei ein neuerlicher Trainingsbesuch nicht ausgeschlossen ist. Eine Idee, die nicht schlecht ist, wie ein Blick in die Sportgeschichte zeigt: Die ehemalige Weltrekordlerin Emma George war auch Zirkusartistin.