Foto: Leif Piechowski

Und welchen Kandidaten oder welche Kandidatin liebt das Publikum am meisten? Sebastian Turner, Hannes Rockenbauch, Fritz Kuhn, Bettina Wilhelm, Jens Loewe oder Harald Herrmann?

Stuttgart - Der erste Sieger steht bereits fest. Die sechs Kandidaten mussten am Freitagabend zwölf Stuttgart-Fragen beim Stadtquiz auf der Bühne des Treffpunkts Foyer in der L-Bank beantworten. Mit vier richtigen Antworten lag Werbeprofi Sebastian Turner klar vorne und durfte sich das T-Shirt mit der Aufschrift „Quizmaster“ überstreifen.

So ein Abend ist nicht dazu da, dass alle auf der Bühne miteinander kuscheln. Bei allem Streit dürfte es Herzblut sein, das die politischen Gegner verbindet. Jeder liebt Stuttgart auf seine Weise, will verändern, bewahren oder verbessern, was hier ist oder werden könnte. So war’s ein passendes Geschenk, das Chefredakteur Christoph Reisinger – er moderierte mit Lokalchef Jörg Hamann den turbulenten Treffpunkt Foyer zur OB-Wahl vor 600 Zuhörern in – dem streitbaren Sextett überreichte.

Für jeden Bewerber gab’s ein rotes Herz, das vom Fernsehturm, dem Stuttgarter Wahrzeichen, wie von Amors Pfeil durchstoßen wird. Dieses Motiv schmückt das Buch „100 Gründe, warum wir Stuttgart lieben“, in dem über 40 Redakteure und Autoren der Stuttgarter Nachrichten auf ganz persönlichem Empfinden ihr Verhältnis zu dieser Stadt beschreiben.

Und welchen Kandidaten oder welche Kandidatin liebt das Publikum am meisten? Sebastian Turner, Hannes Rockenbauch, Fritz Kuhn, Bettina Wilhelm, Jens Loewe oder Harald Herrmann? Gibt es sechs gute Gründe, am 7. Oktober zur Wahl zu gehen? Zumindest in einem Punkt sind sich fast alle einig: Es wird zu einem zweiten Wahlgang kommen. Die meisten Zuhörer, die wir befragt haben, sehen Quizmaster Turner am ersten Sonntag vorne – doch am 21. Oktober könnte alles wieder offen sein, war auch zu hören. Petra von Olschowski, die Rektorin der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, wagt folgenden Tipp für den ersten Wahlgang: „33 Prozent für Turner, 24 Prozent für Kuhn und weit dahinter liegt Bettina Wilhelm.“

Fotograf Conny Winter, der ebenfalls Turner vorne sieht, klagt über den Wahlkampf: „So niveaulose Plakate gab es noch nie bei einer OB-Wahl.“ Auch Klaus von Maur, Veranstalter von Benefizkonzerten und eine Größe im gesellschaft­lichen Leben der Stadt, glaubt an den Sieg Turners – auf Platz zwei sieht er Bettina Wilhelm vor Kuhn. Für kurze Unruhe sorgen eine halbe Stunde nach Diskussionsbeginn Gegner von Stuttgart 21. Mit einem Transparent stellen sie sich vor das Podium und verbauen die Sicht auf die Kandidaten. Lokalchef Hamann steigt von der Bühne runter und liest vor, was auf dem Transparent steht: „Baustopp, wir wiedersetzen uns.“ Ruhig sagt Hamann: „So, jetzt setzen Sie sich wieder.“ Die Demonstranten folgen, das Publikum klatscht laut. Wer beim Treffpunkt Foyer nicht dabei war: Die Zusammenfassung des Abends gibt’s als Video auf unserer Internetseite unter: www.stn.de/obfoyer.

Gesehen in der L-Bank: Hermann Scholl, Ehrenvorsitzender der Bosch-Gruppe, der Foyer-Erfinder und frühere Chefredakteur Jürgen Offenbach, Kolumnistin Susanne Offenbach, S-21-Sprecher Wolfgang Dietrich, Irland-Konsul Wolfgang Häfele, Bosch-Aufsichtsrat Tilman Todenhöfer, Regierungssprecher Rudi Hoogvliet, Gastrosoph Bernd Heidelbauer, DFB-Ehrenpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der frühere Daimler-Außenminister Matthias Kleinert, MdB Ute Kumpf, der Backnager OB Frank Nopper, IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter, MdB Stefan Kaufmann u.v. a.

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