Der VfB will wieder mehr Eigengewächse ganz nach oben bringen. An der Schnittstelle U 21 soll der neue Trainer Markus Fiedler in dieser Regionalliga-Saison für frische Impulse sorgen. Was zeichnet ihn aus?
Markus Fiedler sitzt im Besprechungsraum des VfB-Clubzentrums, trinkt entspannt eine Tasse Kaffee und strahlt Freude aus. „Dass ich bei meinem Werdegang nun die höchste U-Mannschaft eines Bundesligisten trainieren darf, empfinde ich als Privileg und macht mich stolz“, sagt der neue Coach des Fußball-Regionalligisten VfB Stuttgart II.
Start gegen Fulda
Erst recht nach den beiden Auftaktsiegen verbindet man eine gewisse Hoffnung im weiß-roten Haus an der Mercedesstraße. Die Hoffnung nämlich, dass wieder mehr Eigengewächse den Sprung über die Schnittstelle U 21 zum Bundesliga-Stammspieler schaffen. Letztmals gelang dies dem Verteidiger Timo Baumgartl (aktuell Schalke 04). Seitdem sind acht Jahre vergangen.
„Was die Durchlässigkeit nach oben betrifft, können wir uns die TSG 1899 Hoffenheim oder den SC Freiburg zum Vorbild nehmen“, sagt Fiedler ganz offen. Er will die vergangenen Jahre beim VfB nicht bewerten, der Nachfolger von Frank Fahrenhorst (ohne Verein) weiß nur Folgendes: „Ich werde jeden Tag nutzen, um besser zu werden. Und ich werde akribisch auf dem Platz mit den Jungs arbeiten, damit sie den finalen Schritt gehen können.“
Athletischere Spielweise
Offen aussprechen wird es beim VfB keiner: Aber die U21, die in den vergangenen beiden Jahren auf den Plätzen acht und elf landete, trat für viele zu brav auf, zu verspielt, nicht hart genug. Unter Fiedler soll es athletischer zur Sache gehen, permanent marschiert werden, aggressiver gegen den Ball gespielt werden. Die Mannschaft ist jung, trainiert unter optimalen Bedingungen – die Basics müssen stimmen, und zumindest die läuferischen Vorteile sollen auf dem Spielfeld sichtbar werden.
Dazu passt der neue Mann auf der Trainerbank mit seiner Mentalität. Fiedler gehört zur Kategorie harter Arbeiter. Er ist geradlinig, macht klare und knallharte Ansagen, nimmt den Spieler aber auch mal väterlich in den Arm. „Ich lebe meinen Beruf mit all seinen Facetten, ich bin mit Haut und Haaren Trainer mit viel Leidenschaft und Emotionen – und die braucht man, um zu gewinnen“, sagt der 37-Jährige. Er hat im Gegensatz zu seinem Co-Trainer Oliver Barth (43) nie höherklassig gespielt oder gar Profi-Erfahrung gesammelt. Der ehemalige Landesliga-Spieler ist ein Selfmademan; einer, der sich aus eigener Kraft hochgearbeitet hat.
Nachfolger von Matthias Becher
Beim TSV Eltingen begann er als C-Jugend-Coach, beim SGV Freiberg nahm die Trainerlaufbahn Fahrt auf. Neben seinem Realschullehramt-Studium an der PH in Ludwigsburg trainierte er die U 17 in der B-Junioren-Bundesliga. Nach einer Niederlagenserie beurlaubte ihn SGV-Präsident Emir Cerkez. Der damalige Freiberger Chefcoach Ramon Gehrmann nahm Fiedler daraufhin liebend gerne als Co-Trainer in sein Team. 2012 coachte Fiedler die U 19 des SGV, ehe es ihn 2014 zur TSG 1899 Hoffenheim zog, wo er die U-17-Co-Trainerstelle des aktuellen Kickers-Geschäftsführers Matthias Becher übernahm.
2015 ging es dann zum VfB – und damit zu seinem Herzensclub. Denn schon im Alter von sechs Jahren stand er mit seinem Vater bei den Bundesliga-Spielen hinterm Tor. Fiedler startete als U-13-Trainer und erarbeitete sich im Verein schnell ein Standing. Michael Gentner und Thomas Krücken, der aktuelle Direktor des VfB-Nachwuchsleistungszentrums, waren damals seine größten Fürsprecher. Schritt für Schritt ging es für den A-Lizenz-Inhaber, der frühestmöglich die Uefa-Pro-Lizenz erwerben möchte, weiter nach oben.
Die Beförderung von der U 17 zur U 21 ist der jüngste Lohn für den harten Arbeiter mit den klaren Ansagen.
Termin
Regionalliga
1. Spieltag: VfB Stuttgart II – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Samstag, 5. August, 14 Uhr). 2. Spieltag: TSV Schott Mainz – VfB II (Mittwoch, 16. August, 18.30 Uhr). 3. Spieltag: VfB II – Bahlinger SC (Sonntag, 20. August, 14 Uhr). 4. Spieltag: FSV Frankfurt – VfB II (Samstag, 26. August, 14 Uhr). 5. Spieltag: TSG Balingen – VfB II (Dienstag, 29. August, 19 Uhr). 6. Spieltag: VfB II – FC-Astoria Walldorf (Sonntag, 3. September, 14 Uhr). 7. Spieltag: SGV Freiberg – VfB II (Samstag, 9. September, 14 Uhr). 8. Spieltag: VfB II – FC 08 Homburg (Samstag, 16. September, 14 Uhr). 9. Spieltag: Kickers Offenbach – VfB II (Freitag, 22. September, 19 Uhr). 10. Spieltag: VfB II – TuS Koblenz (Samstag, 30. September, 14 Uhr). 11. Spieltag: KSV Hessen Kassel – VfB II (Dienstag, 3. Oktober, 14 Uhr). 12. Spieltag: VfB II – 1. FSV Mainz 05 II (Sonntag, 8. Oktober, 14 Uhr).