Auch an der Bergung des Höhlenforschers Johann Westhauser war die Bergwacht beteiligt. Foto: dpa

Die Alpen sind bei Sportlern und Urlaubern beliebt. Die Folgen können fatal sein, wie das Unglück im Forni-Gletscher zeigt, bei dem eine 54-jährige Stuttgarterin ums Leben kam. Für die Bergwacht bedeutet das immer mehr Einsätze.

Stuttgart/München - Der Ansturm auf die Berge hält an. Das bekommt auch die bayerische Bergwacht zu spüren. „Wir hatten 2018 insgesamt 8516 Einsätze. So viel wie noch nie“, sagte Pressesprecher Roland Ampenberger. 2017 waren es noch 8230, vor zehn Jahren nur 6604. „Während die Einsatzzahlen im Winter halbwegs stabil bleiben, steigen sie im Sommer kontinuierlich an.“ Seit 2006 hat sich die Zahl der Einsätze fast verdoppelt, von 1582 auf 3071 im vergangenen Jahr.

Betroffen seien vor allem Wanderer und Bergsteiger, erklärt Ampenberger. Viele Gäste hätten wenig Zeit, aber große Ziele. Schlechtes Wetter werde ignoriert, die eigene Leistungsfähigkeit überschätzt – mit fatalen Folgen: „Denn der Berg ist nicht die Stadt und erst recht kein Abenteuerspielplatz.“ Viele Besucher neigten dazu, nur das Positive zu sehen, wollten gleichzeitig aber nicht akzeptieren, dass dieses Erlebnis mit Risiken verbunden sei.

Erst vor wenigen Tagen waren drei Mitglieder einer Seilschaft in der Lombardei (Italien) in eine Gletscherspalte gestürzt. Eine 54-jährige Frau aus Stuttgart kam dabei ums Leben, zwei Männer wurden verletzt. Wie es zu dem tragischen Unfall auf dem Forni-Gletscher kommen konnte, ist noch völlig unklar.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: