Sido rappt am Mittwoch in der Columbiahalle in Berlin vor ausverkauftem Haus. Foto: dpa

Ein neuer Sido? Beim Auftakt seiner Deutschland-Tour spielt der Rapper vor allem seine neuen Songs. Aber er hat nicht nur „Bilder im Kopf“. Auch ein alter Titel, der ihm einst viel Kritik einbrachte, ist noch da - als Zugabe.

Ein neuer Sido? Beim Auftakt seiner Deutschland-Tour spielt der Rapper vor allem seine neuen Songs. Aber er hat nicht nur „Bilder im Kopf“. Auch ein alter Titel, der ihm einst viel Kritik einbrachte, ist noch da - als Zugabe.

Rostock - Rapper Sido ist auf die Konzertbühne zurückgekehrt. Vor gut 2000 Fans feierte der 33-Jährige in Rostock den Auftakt seiner Deutschlandtour. Zu hören gab es fast alle Songs des aktuellen Albums „30-11-80“, die von einer spektakulären Lichtshow und verschiedenen Video-Animationen untermalt wurden.

So war bei „Einer dieser Steine“ eine bröckelnde Sido-Figur aus Stein auf der großen Video-Leinwand zu sehen. Begleitet wurde Sido unter anderem von dem Berliner Rapper Bass Sultan Hengzt und Singer-Songwriter Mark Forster.

Einen virtuellen Gastauftritt hatte Helge Schneider. Mit ihm rappte Sido über die Arbeitswut der Deutschen: Während Sido dabei live auf der Bühne performte, wurde der Part von Schneider („Hammerfett! Bombekrass!“) per Video eingespielt.

Das Publikum reagierte besonders begeistert auf den Song „Bilder im Kopf“, einer seiner erfolgreichsten Singles. Während des zweistündigen Auftritts holte Sido zwischenzeitlich einen Rostocker Fan aus dem Publikum auf die Bühne. Vor den jubelnden Zuschauern machte dieser dort seiner Freundin einen erfolgreichen Heiratsantrag.

Beim Auftaktkonzert am Dienstagabend war aber nicht durchgängig ein „neuer“ Sido zu erleben. So war unter den Zugaben auch der vielfach kritisierte „Arschficksong“ aus seiner Anfangszeit.

„Ich kann die Songs von damals heute spielen und kann auch dahinter stehen, wie es damals war“, sagte Sido kurz vor Konzertbeginn der dpa. „Aber ich könnte heute nicht mehr solche Texte wie damals schreiben und vertreten, weil es immer authentisch sein muss.“ Mittlerweile interessiere ihn, wie man im Leben vorankommt.

Das Wichtigste sei für ihn ein Anker, der ihn am Boden hält, dazu würden seine Familie und Freunde gehören. Auf die anstehenden Konzerte seiner neuen Tour sei er selbst sehr gespannt, gleichzeitig aber auch aufgeregt.

Nach dem Konzert äußerten sich die Fans meist zufrieden. Es kamen aber auch vereinzelt kritische Stimmen zu seinen neuen Texten, die nachdenklicher und reifer daherkommen als die vergangener Jahre.

Nach Rostock sind im Februar weitere Konzerte in Berlin (26.), Chemnitz (27.) und Erfurt (28.) geplant. Mit mehr als 30 Auftritten bis April 2014 und zahlreichen weiteren Auftritten Anfang 2015 soll es die größte Tour werden, die der deutsche Hip-Hop je gesehen hat, kündigte das Plattenlabel Universal Music in Berlin an.

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