Ein Mann klarer Worte: Manuel Riemann (re.), der Torhüter des VfL Bochum Foto: AFP/Ina Fassbender

Von Torhütern im Fußball ist man knallharte Konkurrenzkämpfe gewohnt. Dass es auch anders geht, hat nun Manuel Riemann vom VfL Bochum bewiesen – und ist damit unser Sportsfreund des Tages.

Stuttgart/Bochum - Torhüter, so heißt es gemeinhin, sind spezielle Typen. Oft ein bisschen verrückt, nicht selten mit einem gewissen Eigensinn ausgestattet, und in Konkurrenzkämpfen durchaus bereit, die Ellbogen auszufahren. Doch seit Montagabend ist klar: Torhüter können auch zusammenhalten.

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Es spielte in der zweiten Liga der VfL Bochum gegen den 1. FC Nürnberg – und beim Club stand einer im Tor, der dort gar nicht hätte stehen sollen: der A-Jugendliche Benedikt Willert, gerade mal 18 Jahre jung. Keeper ein bis vier bei den Nürnbergern waren nicht einsatzfähig, deshalb musste der Jungspund ran – und fing sich drei Tore, von denen zumindest eines haltbar gewesen ist. Die Bochumer Fans sangen daraufhin: „Fünfter Torwart – jeder weiß, warum.“ Die VfL-Anhänger fanden das witzig. Manuel Riemann fand es saublöd.

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Riemann ist Torhüter beim VfL Bochum – und sah sich gezwungen, in der Halbzeitpause einzugreifen. Der Routinier ging zu den eigenen Fans und signalisierte der Ostkurve mit eindeutigen Gesten, den Spott doch bitte für sich zu behalten. „Es war mir ein Anliegen, den Fans mitzuteilen, dass sie die Rufe doch bitte unterlassen sollen“, erklärte Riemann hinterher und ergänzte: „Ich fand es einfach nicht angebracht, den gegnerischen Torwart runterzumachen, weil er das nicht verdient hat.“ Verdient hat nun Manuel Riemann etwas: Respekt.

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