Tipps für Verbraucher Checkliste für Sparer

Von Harald Czycholl und Andreas Kunze 

Wer vor Silvester noch aktiv wird, kann bares Geld sparen. Foto: dpa
Wer vor Silvester noch aktiv wird, kann bares Geld sparen. Foto: dpa

Nur wer den erforderlichen Eigenbeitrag leistet, erhält bei Riester-Verträgen die volle Zulage

Stuttgart - „Da Sparer derzeit auf ihre Ersparnisse kaum mehr Zinsen bekommen, sind staatliche Prämien beim Vermögensaufbau umso wichtiger“, erklärt Karsten Eiß von der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Bis zum 31. Dezember hat man noch Zeit, die Einzahlungen für dieses Jahr zu prüfen. „Mit Wohn-Riester, Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie können Arbeitnehmer dreifach profitieren“, erklärt Finanzexperte Eiß. Häufig sind die Zulagen von eigenen Sparbeiträgen abhängig. Wer zu wenig investiert, verpasst einen Teil der Prämien.

Die höchstmögliche Fördersumme erhält, wer vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens abzüglich Zulagen in einen zertifizierten Riester-Vertrag einzahlt. Das entspricht Zahlungen von mindestens 60 Euro und maximal 2100 Euro. „Eine vierköpfige Familie kann durch Grund- und Kinderzulage bis zu 908 Euro im Jahr an Zuschüssen erhalten“, erklärt Eiß. Zu den Zulagen können zudem Steuervorteile kommen. Junge Leute unter 25 Jahre erhalten zudem bei Abschluss eines Riester-Bausparvertrags einen einmaligen Bonus in Höhe von 200 Euro.

Die Beantragung der Riester-Zulagen ist bis zu zwei Jahre rückwirkend möglich – bis zum 31. Dezember dieses Jahres können also auch noch die gesamten Zuschüsse für die Jahre 2015 und 2016 beantragt werden. Schwäbisch-Hall-Experte Eiß rät Bausparern dazu, das sogenannte Dauerzulagenverfahren zu nutzen. „Damit stellt die Bausparkasse jedes Jahr automatisch und fristgerecht den Zulagenantrag für sie.“ Wichtig dabei: Für die vollen Zulagen müssen Änderungen bei Gehalt, Kindergeld, Familienstand oder Wohnort umgehend der Bausparkasse mitgeteilt werden.

Vermögenswirksame Leistungen

Neben Riester-Verträgen gibt es aber noch weitere Wege, von staatlichen Zulagen zu profitieren. Eine Möglichkeit dazu sind vermögenswirksame Leistungen. Mit dieser tarifvertraglich geregelten Leistung, die ein Gehaltsbestandteil ist, leistet zunächst der Arbeitgeber einen Beitrag zum Kapitalaufbau seiner Angestellten. Dieser wird direkt auf ein Anlagekonto überwiesen. „Wenn es einen Zuschuss des Arbeitgebers gibt, dann liegt dieser oft zwischen 6,65 und 40 Euro“, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Daneben fördert auch der Staat den Vermögensaufbau von Arbeitnehmern, indem er auf die vermögenswirksamen Leistungen die Arbeitnehmer-Sparzulage obendrauf legt.

Konkret heißt das: VL-Einzahlungen etwa auf einen Bausparvertrag von maximal 470 Euro jährlich fördert der Staat mit neun Prozent. Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von höchstens 17 900 Euro bei Alleinstehenden (bei Ehepaaren 35 800 Euro) ergibt das eine staatliche Sparzulage von 43 Euro. Mit bis zu 80 Euro pro Jahr staatlicher Förderung können jene rechnen, die die VL-Beiträge in einen Aktienfondssparplan einzahlen. Hier liegt die Einkommensgrenze bei 20 000 (Single) bzw. 40 000 Euro (Ehepaare).

Beantragt wird die Arbeitnehmersparzulage über die jährliche Steuererklärung. Dazu muss im Mantelbogen der Steuererklärung lediglich das Feld „Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmersparzulage“ angekreuzt werden. Außerdem müssen Berechtigte die Übersicht über die Einzahlungen, die sie jährlich von ihrem VL-Anbieter erhalten, der Steuererklärung beilegen. Die Zulage wird vom Fiskus dann immer für das abgelaufene Kalenderjahr vorgemerkt. Auf das Konto des Arbeitnehmers fließt sie aber erst, wenn der VL-Vertrag nach sieben Jahren ausläuft.

Wohnungsbauprämie

Zahlt der Arbeitgeber weniger als 400 Euro ein, lohnt es sich, den Vertrag aus eigenen Mitteln aufzustocken, um in den Genuss der vollen staatlichen Zulage zu kommen, empfiehlt die Stiftung Warentest. Selbst wer in einem Betrieb arbeitet, der keine Vermögenswirksamen Leistungen gewährt, kann einen VL-Vertrag abschließen. Der Arbeitgeber muss dann immer noch die erforderlichen Beiträge einzahlen, kürzt dann aber im Gegenzug das Gehalt entsprechend. Das lohnt sich, weil man von der staatlichen Förderung profitiert.

Mit der Wohnungsbauprämie fördert der Staat darüber hinaus Bauwillige: Wer bis zu 512 Euro im Jahr für seinen Bausparvertrag aufbringt, erhält eine staatliche Prämie in Höhe von 8,8 Prozent der investierten Summe, also bis zu 45 Euro extra im Jahr. Hier kommen aber Einkommensgrenzen zum Tragen, außerdem bekommt man nur dann die Prämie, wenn das Guthaben auch wirklich für Maßnahmen rund ums Bauen und Wohnen eingesetzt wird. Förderberechtigt sind laut Schwäbisch-Hall-Angaben derzeit über 41 Millionen Deutsche, auch hier ist eine Beantragung für die letzten zwei Jahre möglich. Bis Ende dieses Jahres können also noch die Prämien für 2015 und 2016 beantragt werden.

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