Der frühere Bassbariton Thomas Quasthoff. Foto: dpa

Der frühere Bassbariton Thomas Quasthoff kommt wieder auf die Bühne, allerdings als Kabarettist. An diesem Freitag und Samstag gastiert er jeweils um 20 Uhr mit Michael Frowin im Renitenz Theater.

Der frühere Bassbariton Thomas Quasthoff kommt wieder auf die Bühne, allerdings als Kabarettist. An diesem Freitag und Samstag gastiert er jeweils um 20 Uhr mit Michael Frowin im Renitenz Theater.
Stuttgart - Herr Quasthoff, ist Ihr Publikum jetzt nicht manchmal irritiert, wenn Sie als Kabarettist auftreten und nicht mehr als Sänger von klassischer Musik?
Nein, und wenn ich das Gefühl hätte, dass dies nicht gut ankommt, würde ich damit nicht auf die Bühne gehen. Kabarett habe ich schon vor vielen Jahren vor meiner Karriere gemacht. Mein Programm „Keine Kunst“ ist dazu ein Quantensprung in vielfacher Hinsicht. Inzwischen kenne ich mich in der Kabarettszene gut aus und habe mit dem Autor und Kabarettisten Michael Frowin einen alten Hasen als Partner gefunden.
Haben Sie in der Vergangenheit Ihren Humor immer für sich behalten? Und was machen Sie in „Keine Kunst“?
Ich habe immer wieder Liederabende gegeben mit Bemerkungen zum Schmunzeln und nicht mit erhobenem Zeigefinger. Das ist für mich immer Unterhaltung im positiven Sinne gewesen. Das gilt auch jetzt für „Keine Kunst“: Es geht um den Kunstbetrieb, um Kurzfassungen großer literarischer Werke oder um Pausengespräche in den Foyers. Das ist einfach unglaublich, was die Besucher da so thematisieren: Der Pullover eines Dirigenten ist oft faszinierender als seine Interpretation. Es ist eben das Kabarett im Stil von Hanns-Dieter Hüsch oder Jochen Malmsheimer, das mir gefällt. Politisches Kabarett machen ja schon so viele. Und ich werde singen, allerdings keine Klassik wie früher.
Warum haben Sie denn aufgehört mit dem klassischen Singen?
Da gibt es viele Gründe. Unter anderem sind es die Jungmanager der Plattenfirmen, die keine Visionen mehr haben. Heute sind die Gesangsstimmen austauschbar, Festivals wie Salzburg sind eine Farce, da geht es mehr um Karrieren als um Musik.

Diesen Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr. Karten: 07 11 / 29 70 75 (Fr 14 bis 20 Uhr, Sa 16 bis 20 Uhr).

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