Im Verfahren gegen die beiden mutmaßlichen Terroristenwerber Peter B. und Thomas Dominik D. haben die Richter des Stuttgarter Landgerichts am Montag vergeblich auf einen der beiden Angeklagten gewartet.  

Stuttgart - Im Verfahren gegen die beiden mutmaßlichen Terroristenwerber Peter B. und Thomas Dominik D. haben die Richter des Stuttgarter Landgerichts am Montag vergeblich auf einen der beiden Angeklagten gewartet.

Nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten hat D., der inzwischen in Ägypten lebt, Deutschland trotz eines Verbotes des Landgerichtes verlassen. Der 36-jährige, so berichtete sein Anwalt, sei „offenbar zu seiner Familie“ nach Ägypten ausgereist. D. ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Seine Frau ist mit dem fünften Kind schwanger. Der Angeklagte befand sich unter der Auflage, dauerhaft am Verfahren teilzunehmen, auf freiem Fuß, weil Richter, Staatsanwalt und Verteidiger Nachteile für die in Alexandria lebende Familie D.s befürchteten.

Das Verfahren, so entschied das Gericht, soll dennoch fortgesetzt werden, ohne dass D. anwesend ist. Seinen Mitangeklagten Peter B. hatten die Richter bereits am 9. April aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Juristen sahen vor allem nicht mehr, dass B. fliehen und sich so dem Verfahren entziehen könnte. Die Staatsanwaltschaft hat gegen diese Entscheidung der Kammer Berufung beim Stuttgarter Oberlandesgericht eingelegt. Die Ankläger werfen B. und D. vor, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Deren Ziel sei es gewesen, junge Männer für den Heiligen Krieg zu rekrutieren.

Der Prozess wird an diesem Mittwoch fortgesetzt.

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