Reto Flückiger (Stefan Gubser, kniend) verhaftet einen Verdächtigen (Vladimir Korneev, liegend). Im Hintergrund: Flückigers Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer). Foto: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler

Wir haben gesehen: „Kriegssplitter“, den neuen „Tatort“ aus der Schweiz.

Stuttgart - Was taugt „Kriegssplitter“, der neue „Tatort“ mit den Ermittlern Flückiger und Ritschard?

Die Handlung in zwei Sätzen

Nura, eine junge Tschetschenin, kommt auf illegalem Weg in die Schweiz, angeblich, um ihren Zwillingsbruder Nurali zu besuchen. In Wahrheit aber will sie ihren Onkel töten, der ihre Mutter in den Tod getrieben haben soll.

Zahl der Leichen

Zwei. Alles keine kaltblutigen Morde, die Toten sind Opfer unglücklicher Umstände, was das Sterben nicht besser macht.

Überlebenswille

Was ein Krieg und seine Nachwehen aus Menschen macht, lässt sich an Nura (stark: Yelena Tronina) ablesen. Erlaubt ist alles, was zum Ziel führt.

Im Dunkeln

War Nuras Onkel wirklich der Kriegsverbrecher, für den ihn seine Nichte hielt? Dies bleibt, wie manches in diesem „Tatort“, im Dunkeln – was die zentralen Aussage des Film zementiert: Krieg ist ein übles Geschäft, bei dem die Grenze zwischen Gut und Böse verwischt.

Bittere Szene

Eine alte Tschetschenin streckt, nachdem sie überführt wurde, die Hände hin. Die Fahnder Flückiger und Ritschard verzichten auf Handschellen.

Humor

Eher wenig – und wenn, dann bissig. Laut überlegt eine Polizistin, was einem Menschen, der aus einem Fenster stürzt, in den zwei Sekunden durch den Kopf geht, bis er am Boden aufschlägt.

Schöne Bilder

Auch in den dramatischen Momenten bleibt die Kamera von Michael Saxer ruhig. So entstehen starke Bilder, einprägsam wie Gemälde.

Unser Fazit

Bewegender Antikriegskrimi, der ohne Kriegsszenen auskommt.

Spannung

Note 2

Logik

Note 2-3

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