Tasci würde gerne auch wieder in der Nationalmannschaft jubeln. Foto: dapd

Tasci über das Länderspiel in seiner türkischen Heimat und die Chance beim Nationalteam.

Stuttgart - Serdar Tasci (24) hatte gehofft - und wurde wieder nicht in die Nationalelf berufen. "Ich muss beim VfB weiter meine Leistung bringen, das ist das Einzige, was ich beeinflussen kann. Dann bin ich optimistisch, dass es bald wieder klappt", sagt der Innenverteidiger.

Herr Tasci, am Freitag spielt die Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation in der Türkei. Ausgerechnet die Türkei, in der Ihre Wurzeln liegen. Wie sehr schmerzt es Sie, dass Bundestrainer Joachim Löw Sie nicht nominiert hat?

Ich bin nicht enttäuscht. Es ist eben so. Ich war ja jetzt schon längere Zeit nicht mehr dabei. Wenn der Bundestrainer das so entscheidet, nehme ich das so hin.

Ihr letztes Länderspiel liegt mehr als ein Jahr zurück. Wenn man Ihre Leistungen beim VfB in dieser Saison betrachtet, hätten Sie es verdient, wieder berücksichtigt zu werden.

Mit dem VfB läuft es nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Wenn wir als Mannschaft noch erfolgreicher spielen, bin ich optimistisch, dass ich bald wieder zur Nationalmannschaft stoße. Ich muss einfach weiter meine Leistung bringen. Das ist sowieso das Einzige, was ich beeinflussen kann.

In der vergangenen Saison hat der VfB 59 Gegentore kassiert, jetzt ist die Abwehr das Prunkstück. Warum klappt das Zusammenspiel mit Ihrem neben Nebenmann Maza auf Anhieb?

Maza ist wie William Kvist, der ebenfalls neu ist und jetzt vor mir spielt, ein sehr erfahrener Mann. Beide sind vom Typ her offen und kommunikativ und haben sich schnell akklimatisiert. Beide sind auch taktisch versiert.

Welche Gefühle haben Sie, wenn Sie wissen, die deutsche Elf spielt in Istanbul - die Stadt, die Sie jedes Jahr besuchen?

Nicht nur Istanbul. Ein Großteil meiner Verwandtschaft lebt in Artvin bei Trabzon, wo meine Eltern herkommen. Was ich dabei empfinde? Es ist ein Teil meiner Heimat. Ich kenne die Sprache, die Mentalität, mit dem allem bin ich aufgewachsen. 

"Der Konkurrenzkampf ist riesig"

Gerade deshalb nehmen wir Ihnen nicht ab, dass es Sie nicht fuchst, nicht beim Länderspiel zu sein. Wie sehen Sie Ihre Chancen, dass es demnächst doch wieder klappt? 

Seit der WM 2010 sind viele junge Spieler nachgerückt, die Mannschaft ist besser und stärker geworden - auch in der Abwehr. Es ist nicht einfacher geworden, sich einen Platz zu erkämpfen. Der Konkurrenzkampf ist riesig.

Was macht Sie dennoch optimistisch?

Die hohe Qualität in der Mannschaft spornt mich an. Dadurch kann man sich besser entwickeln. Ich habe sehr großes Vertrauen in mich, ich glaube an meine Stärken.

Wie sehr leidet das Selbstwertgefühl, wenn man so lange nicht dabei ist wie Sie?

Anfangs war es schwierig, jetzt sehe ich es entspannter. Aber ich kämpfe um meinen Platz. Ich bin sehr ehrgeizig und sehe mich nicht schlechter als meine Konkurrenten.

A propos Konkurrenz: Die erwächst Ihnen jetzt zusätzlich beim VfB. In Kaiserslautern hat der Stürmer Pawel Pogrebnjak einen Ball nach dem anderen aus dem eigenen Strafraum geköpft.

Das war auch ganz wichtig für uns. Kaiserslautern hat viele lange Bälle geschlagen, da hat Pawel uns mit seiner Kopfballstärke sehr geholfen.

Wie gehen Sie mit dieser neuen internen Konkurrenz um?

(Lacht.) Das zeigt mir, dass man immer auf der Hut sein und an sich arbeiten muss.

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