Beobachtet von Abteilungsleiter Gerhard Unger zeigen die Tänzer (von links) Tanja Filippo und Dimitrios Joannou sowie Markus Lang und Katharina Belz ihr Können Foto: Michael Käfer

Die rund 215 Mitglieder zählende Abteilung des TSV Schmiden feiert an diesem Donnerstag ihr 20-jähriges Bestehen und verbindet den besonderen Tag mit einer Spendenaktion.

Schmiden - Katharina Belz ist voll des Lobes über die vor eineinhalb Jahren bezogenen Säle im Sportforum des TSV Schmiden: „Es ist purer Luxus, solche Säle zu haben.“ Die 22-Jährige kann die Qualität von Trainingsstätten trotz ihrer Jugend ziemlich gut beurteilen. Zusammen mit ihrem damaligen Tanzpartner Dominik Stöckl sammelte sie zwei Goldmedaillen bei den deutschen Jugendmeisterschaften der Standardtänzer ein und gewann 2016 bei den Team-Europameisterschaften ebenfalls Gold.

Entstanden ist der Verbund aus einem Zusammenschluss des TSC Fellbach mit der damaligen Lateinformation des TSV Schmiden

„Ein erfolgreicheres Paar gab es bei uns nicht“, sagt Gerhard Unger über die vor 20 Jahren gegründete Abteilung. Der 55-Jährige ist seit 2007 Abteilungsleiter und zusammen mit seiner seit drei Jahren amtierenden Stellvertreterin Ursula Jung das Herz der Abteilung. Durchschnittlich zwei Stunden pro Tag engagieren sie sich für ihr Ehrenamt, Gerhard Unger gehört außerdem noch zum siebenköpfigen Trainerteam der Abteilung.

Entstanden ist der Verbund aus einem Zusammenschluss des TSC Fellbach mit der damaligen Lateinformation des TSV Schmiden. Maja Kräutle war 1999 die erste Abteilungsleiterin, und unter ihrer Regie konnte der rasch auf 240 Mitglieder anwachsende Verbund Räume in der Ringstraße beziehen. Mit viel Eigenarbeit entstanden in der ehemaligen Brillenfabrik zwei Tanzsäle mit insgesamt rund 400 Quadratmetern. Allerdings standen darin mehrere Pfeiler und engten das Parkett ein. Im Zuge des Umzugs in das TSV-Sportforum in der Wilhelm-Stähle-Straße verkaufte der TSV Schmiden das alte Tanzsportzentrum. Seither haben die rund 215 Abteilungsmitglieder drei neue, stützenfreie Säle im ersten Obergeschoss des Sportforums mit rund 600 Quadratmetern zur Verfügung.

Gegenwärtig organisieren die Schmidener Vorzeigetänzer keine Turniere mehr

Zeitweilig platzten die alten Räume aus allen Nähten. Bei einem Kinder-Breitensporturnier etwa, bei dem im engen Treppenhaus kaum ein Durchkommen mehr war. „Ich bin mehrmals losgefahren und habe an der Tankstelle Kuchen gekauft, obwohl wir selber 30 Kuchen gebacken hatten“, erinnert sich Gerhard Unger. Große Bälle fanden in der Schwabenlandhalle und in der Festhalle Schmiden statt. Die Landesmeisterschaften der S-Klasse Latein etwa, also der höchsten Kategorie der Amateurtänzer, die 2004 mit einem festlichen Galaabend verbunden waren. Solche Erlebnisse trösteten auch über die Auflösung der sportlich zwischen der Oberliga und der Regionalliga pendelnden Lateinformation hinweg.

Gegenwärtig organisieren die Schmidener Vorzeigetänzer keine Turniere mehr, „obwohl wir die Räume dazu hätten“, wie Gerhard Unger betont. Der Grund dafür liegt hauptsächlich in der 2003 zunächst als Pilotprojekt eingeführten und inzwischen etablierten TBW-Trophy-Serie des Tanzsportverbands Baden-Württemberg (TBW).

Zum 20-jährigen Bestehen hat sich die Führungsriege der Parkettkünstler ebenfalls eine soziale Aktion einfallen lassen

Sie ist für Turniertanzpaare wegen der zu erringenden Ranglistenpunkte und der ausgeschütteten Trainingskostenzuschüsse in mehrfacher Hinsicht attraktiver, als es andere Turniere sind.

Kennzeichnend für die Tanzsportabteilung ist, dass sie ihr Angebot beständig der Aktualität anpasst. Gegenwärtig gibt es zehn Gesellschaftskreise und ein knappes Dutzend Turniertanzpaare, darunter Tanja Filippo und Dimitrios Joannou, die in der Seniorenklasse II S starten und zu den Vorzeigepaaren des TSV gehören. Längst etabliert hat sich aber auch Zumba, der im Sportforum ebenso unterrichtet wird wie orientalischer Tanz, asiatische Folklore und Boogie-Woogie. Seit diesem Jahr gibt es außerdem ein Angebot für die Menschen einer Wohngruppe der Diakonie Stetten im Fellbacher Drosselweg. „Die Behinderten tanzen alle zwei Wochen kostenlos bei uns“, sagt Ursula Jung.

Zum 20-jährigen Bestehen hat sich die Führungsriege der Parkettkünstler ebenfalls eine soziale Aktion einfallen lassen: Statt sich selber zu feiern, bereiten sie anderen eine Freude und spenden 200 Euro für die Fellbacher Nachbarschaftshilfe.

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