Was mal in sansibarischen Boden gesteckt wurde, treibt noch immer wie von selbst – wie die Früchte des Orleanstrauchs. Foto: Warth

Weiße Strände und azurblaues Wasser: Sansibar ist berühmt für seine magische Schönheit.

Wer die Schatzkammer der Natur besucht, muss sich ihr auf Trampelpfaden nähern. Aufgeweicht vom Regen ist die Erde, von den Blättern der Bäume tropft es. Zwischen Orchideenblüten und moosbewachsenem Holz stapft Raoul in Flipflops zielstrebig durch das Wäldchen. Die ihm folgen, sind auf der Suche nach dem Geheimnis der Insel, deren Namen so nach Abenteuer klingt – Sansibar.

Im Mythos ist Sansibar ein paradiesischer Ort. Händler, Missionare und Forscher berichteten von einer fremden, exotischen Welt: vom Duft der Gewürznelken, vom Stimmengewirr auf dem orientalischen Basar. Dabei ist diese Welt vom tansanischen Festland gut zu erreichen. Mehrmals täglich wird die Insel von einer Fähre aus Daressalam angesteuert. Sansibar-Stadt besitzt auch einen eigenen Flughafen. Doch wie Madagaskar, mit der die Insel in prähistorischer Zeit verbunden war, ist sie ein Synonym für Entlegenheit.

Das Land der Schwarzen. So nannten einst die arabischen Seefahrer und Händler die Insel vor der Ostküste Afrikas. Mit dichten Bäumen bewachsen und von Menschen bevölkert, die so ungewöhnlich groß und stark waren, "dass sie die Last von vier Männern tragen konnten", wie der Seefahrer Marco Polo zu berichten wusste. Zunächst waren es die Herrscher aus Persien und Oman, die sich die Insel und ihre Urbevölkerung untertan machten. Der Handel mit Elfenbein aus Zentralafrika sowie mit Sklaven vom tansanischen Festland und aus dem Kongo garantierte den Arabern ein gutes Einkommen.

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