Viele Gebäude in der Esslinger Innenstadt haben nach Ansicht von Andreas Panter besondere „Begabungen“. Sie werden beim Denkmaltag beleuchtet. Foto: Roberto Bulgri/n

Talente - das klingt nach Singen, Tanzen, Malen oder Schauspielern. Doch beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September, werden auch andere Begabungen in den Vordergrund gestellt. Eigenschaften von Baudenkmälern werden beleuchtet.

Andreas Panter geht auf Talentsuche. Doch der Mann vom städtischen Baurechtsamt macht es auf seine Weise. Er sucht nicht nach Menschen mit Begabungen im Singen, Tanzen, Malen oder Schauspielern. Er und andere Mitstreiter spüren Talente an Bauwerken der Esslinger Innenstadt auf. Sie sollen am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September, vorgestellt werden – passend zum Motto „Talent Monument“. Die Veranstaltung wird zum 30. Mal in Esslingen auf die Beine gestellt.

 

Gebäude mit Talenten? Die gibt es, meint der promovierte Architekt. Viele Häuser seien mehr als Beton, Mauern und Wände. Sie hätten besondere Eigenschaften, Beschaffenheiten oder Charakteristika und sollen daher am Tag des offenen Denkmals ins Scheinwerferlicht gerückt werden. Ein Beispiel ist die Schelztorhalle. Die Sportstätte am Rande der Altstadt ist in den Augen mancher Betrachter zwar nicht gerade eine strahlende architektonische Schönheit. Doch Andreas Panter streicht ihre verborgenen, ihre „inneren“ Werte heraus. Als das Bauwerk Ende der 1950er Jahre errichtet wurde, sei es eine bauliche Sensation gewesen. Die Schelztorhalle gelte als ein Novum in der Nachkriegszeit, denn sie sei als reine Sporthalle und nicht für weitere Zwecke etwa als Kulturzentrum, Konzerthalle oder Versammlungsraum konzipiert worden. Viele Vertreter anderer Städte seien extra nach Esslingen gereist, um sich die markante Sportstätte mit dem vierteiligen Schalendach anzuschauen. Durch ihre Ausrichtung nach Osten sei die Schelztorhalle zudem nachhaltig und ressourcenschonend. Sie sorge morgens durch Sonnenkraft für Wärme. Das 1957 und 1958 von der Stadt Esslingen errichtete Bauwerk wird darum am Denkmaltag in zwei Führungen voraussichtlich um 11.15 und um 12.15 Uhr vorgestellt.

Tickets für „Talent Monument“

Das Talent der Schelztorhalle liegt in den Augen von Andreas Panter in ihrer nüchternen, Ende der 1950er zeitgemäßen Architektursprache, ihrer ökologischen Nachhaltigkeit und ihrer Pionierrolle als reine Sportstätte. Doch die Talentsuche geht weiter. Am Tag des offenen Denkmals sollen etwa 50 Veranstaltungen unter der Überschrift „Talent Monument“ organisiert werden. Manche Programmpunkte können ohne Voranmeldung besucht werden, für andere Angebote muss ein kostenloses Teilnahmeticket gebucht werden. Diese Anmeldungen können laut Andreas Panter nur online erfolgen. Die Tickets sind ab Freitag, 1. September, um 9 Uhr, buchbar.

Wer sich nicht solange gedulden möchte, kann sich die Online-Beiträge aus den Corona-Jahren 2020 und 2021 anschauen. Wegen der Pandemie waren Live-Veranstaltungen nur eingeschränkt möglich, doch der Denkmaltag sollte dennoch stattfinden. Darum wurden Bilderstrecken, Videos, Podcasts, Stadtrundgänge, Powerpoint-Präsentationen und Online-Darbietungen zu historischen Themen eingestellt. Neue virtuelle Beiträge soll es diesmal nicht geben – der „Tag des offenen Denkmals“ läuft analog ab. Im vergangenen Jahr wurde er aus Anlass des 50. Geburtstags des Denkmalschutzgesetzes Baden-Württemberg und der Einrichtung des Landesamts für Denkmalpflege, das sich heute in der Berliner Straße in Esslingen befindet, an zwei auf die Beine gestellt. In abgespeckter Form soll auch 2023 der Samstag etwa durch die Präsentation junger, begabter Musiker wieder mit einbezogen werden, erklärt Andreas Panter. Denn in Esslingen gibt es nicht nur bauliche Talente, sondern auch talentierte Menschen.

Digitale Eindrücke online unter: https://www.esslingen.de/denkmaltag

Programm am Samstag