Antonia und ihr Bruder Constantin sind immer in Bewegung. Foto: Simone Bürkle

Die achtjährige Grundschülerin hat beim „Tag der Talente“ den zweiten Platz belegt.

Birkach/S-Ost - Ein bisschen Stolz liegt schon in ihrem Lächeln, wenn Antonia Barth ihren Siegerpokal fürs Foto in den Händen hält – auch wenn die Achtjährige mit ihrer Errungenschaft nicht prahlen will. Das Stuttgarter Rössle aus blauem Kunststoff ist aber auch ein eindrucksvoller Preis. Mindestens ebenso eindrucksvoll wie die Leistung, für die es verliehen wird.

Wer es haben will, braucht ein besonderes sportliches Können. Denn das blaue Pferd wird nur beim „Tag der Talente“ verliehen, den die Stadt zusammen mit der Sportregion Stuttgart dieses Jahr im Juli zum ersten Mal gemeinsam ausgerichtet hat. Rund 200 Kinder von zwölf Grundschulen in Stuttgart haben daran teilgenommen. Auch Antonia war dabei, in Vertretung der Grundschule Birkach, auf die sie geht. Und sie hat überaus erfolgreich mitgemacht: Bei den Mädchen hat sie auf Anhieb den zweiten Platz belegt.

15 Aufgaben aus acht Sportarten galt es zu bewältigen. Die Kinder sollten sich unter anderem an Handball, Hockey, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis, und Volleyball versuchen. „Wir mussten zum Beispiel durch eine Lichtschranke laufen, dann wurde die Zeit gemessen“, erzählt Antonia, die mit ihren Eltern Daniela und Thomas und ihrem siebenjährigen Bruder Constantin im Stuttgarter Osten wohnt.

Noch mehr Sport könnte Antonia überfordern

Von den angebotenen Sportarten kannte Antonia vorher nur Hockey – denn das spielt die Achtjährige schon seit vier Jahren im Verein beim HTC Stuttgarter Kickers. Diese Disziplin wurde denn auch im Sinne der Fairness den anderen Kindern gegenüber nicht gewertet. Schließlich soll der Wettbewerb in erster Linie dazu dienen, talentierten Kindern neue Sportarten zu erschließen und ein jeweils passendes Bewegungsangebot für sie zu finden.

An Bewegung mangelt es Antonia derweil beileibe nicht. Sechsmal in der Woche ist das Mädchen für seinen Sport unterwegs. Denn außer Hockey spielt Antonia auch noch Tennis, sie fährt Ski, geht Schwimmen und ins Ballett. Angefangen hat ihre Leidenschaft für die Bewegung schon früh: Ebenso wie ihr Bruder hat sie einen Sportkindergarten besucht. Und in die Birkacher Grundschule geht Antonia auch deshalb, weil die ein besonderes Sportkonzept hat, erzählen ihre Eltern. Kein Wunder also, dass das Mädchen jede Menge sportliche Begabung für den Wettbewerb mitgebracht hat.

Genug hat die Achtjährige längst nicht an ihrem hohen sportlichen Pensum. „Sie würde sogar lieber noch mehr Sport machen“, sagt Vater Thomas über seine aktive Tochter. Zum Beispiel Judo. Das haben die Eltern erst mal nicht erlaubt – weil sie befürchten, dass ihr Kind sonst überfordert wird. „Ach Mann, warum denn nicht?“, entfährt es Antonia dazu. Nicht jeder kann eben mit diesem Tempo mithalten.

„Sie springt immer höher als ich“

Auch Antonias Bruder Constantin verdreht genervt die Augen, wenn es um die sportlichen Leistungen seiner Schwester geht. „Sie springt immer höher als ich“, sagt er. Das wurmt Constantin, der selbst Fußball und Tennis spielt und seiner Schwester in Sachen Sportlichkeit ansonsten in nichts nachsteht, dann doch ein bisschen.

Klar, dass da mal andere Dinge auf der Strecke bleiben. Das Flötenspielen etwa hat Antonia vor einem halben Jahr aufgegeben. „Das wäre dann doch zu viel geworden“, sagt das Mädchen und lächelt. Dem Musikunterricht trauert Antonia trotzdem kein bisschen nach. Denn Sport, das ist eben ihr Ding: „Das macht mir einfach am meisten Spaß.“

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