Naturgeschichte zum Staunen und zum Anfassen Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Am Tag der offenen Tür hat das Museum am Löwentor in Stuttgart vor allem die jungen Besucher begeistert. Denn in diesem Museum ist Anfassen manchmal durchaus erlaubt.

Stuttgart - In Fühlkästen nach einer Saurierkralle tasten, den Flossenstachel eines Hais erhaschen und dann mit einem Bilderrätsel eine Rallye durchs Museum zu machen: Solche Aktionen machen den Tag der offenen Tür, neben dem kostenlosen Eintritt, nicht zuletzt für Familien mit Kindern doppelt attraktiv. Der eigentliche Reiz dieser alle zwei Jahre stattfindenden Aktion des Museums am Löwentorund des Schlosses Rosenstein ist jedoch, einmal einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen: in die Depots, wo elf Millionen Objekte lagern, sowie in die diversen Forschungsabteilungen.

Faszinierend, so einmal die als volle Hundertschaft paradierenden, weltberühmten Fischsaurier in ihrer versteinerten Gestalt aus Holzmaden zu sehen! Mit einem Exemplar etwa, in dessen Bauch zehn Embryos für alle Ewigkeit hinter den Rippenbogen lagern. Bei der Restauratorin Cristinas Gasco Martin kann man sogar selbst Hand anlegen. Natürlich nur an einer neutralen Kalkplatte.

Das Moos vespert den Feinstaub weg

Leon ist mit dem „Zahnarzt-Bohrer“ trotzdem ganz schön vorsichtig: „Sonst wäre der Fisch ja futsch!“ Nebenan kann man eines der letzten präparierten Exemplare eines inzwischen ausgerotteten Beutelwolfes sehen, neben einer Unzahl weiterer seltenen Tierarten. Von der Makro- in die Mikro-Welt – und direkt zu „Forschung zum Anfassen“. Denn bei Dr. Lars Krogmann darf man Rotklee zupfen und den Rüsselkäfer dann unters Mikroskop legen.

Eine Ecke weiter kann man nachvollziehen, wie das Zackenmützenmoos mit seiner Oberfläche den Feinstaub am Neckartor wegvespert. Und in der Werkstatt entsteht das Modell eines Riesenhais, von dem ein Zahn nicht bei Australien, sondern bei Sigmaringen gefunden wurde. Durch den kann man mal durchspazieren, und Mia, sieben Jahre alt, mag ihn schon jetzt: „So schön groß und gefährlich!“ Das Museum als großes Lern-Abenteuer hat wieder rundum fasziniert.

Auch die Museen selbst sind zufrieden. Meike Rech resümiert: „Wir hatten richtig starken Besuch. Vor allem, als am Mittag der zweite Schub kam. Der Aufwand hat sich wirklich gelohnt.“

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