Tattoostudios verweigerten Unter-18-Jährigen zumeist Tätowierungen. (Symbolbild) Foto: dpa

Wenn Minderjährige selbst zur Nadel und Farbe greifen, um sich zu tätowieren, kann dies gefährliche Folgen haben. Anleitungen und Tattoo-Sets seien einfach im Internet zu bekommen, warnen Ärzte.

Köln - Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt Minderjährige davor, sich zu Hause mit Nähnadel und Farbe selbst Tattoos zu stechen. Tattoostudios verweigerten Unter-18-Jährigen zumeist Tätowierungen, um sich nicht strafbar zu machen, erklärte BVKJ-pressesprecher Josef Kahl am Mittwoch in Köln. „Jugendliche, die unbedingt ein Tattoo haben wollen, stechen es sich daher selbst.“ Das Zubehör dafür könne leicht online bestellt werden, Anleitungen gebe es etwa in Sozialen Netzwerken.

„Doch wer sich zu Hause ein Tattoo sticht, riskiert damit Infektionen“, sagte der Düsseldorfer Kinder- und Jugendmediziner. Über den Stichkanal könnten gefährliche Keime in den Körper eindringen und Krankheiten verursachen, insbesondere wenn die Nadeln von Freunden mitbenutzt würden. Zudem sei unklar, welche Schäden oder chronischen Erkrankungen die unter die Haut gebrachten Farben anrichten könnten. Es sei auch nicht so einfach, ein Tattoo später wieder loszuwerden, erklärte Kahl. Eine Entfernung gelinge nie vollständig. „Meist bleiben Reste sichtbar.“

Eltern rät der Arzt, ihre Kinder in einem ruhige Gespräch über die Gesundheitsgefahren und Risiken aufzuklären. Mit Verboten und Drohungen sei dagegen meist nicht viel zu erreichen.

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