Österreicher am Boden – nach der Tätlichkeit von Leroy Sané (li.). Foto: dpa/Christian Charisius

Leroy Sané hat am Dienstag im Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Rot gesehen – nach einer Tätlichkeit gegen einen Spieler, der einst beim VfB Stuttgart aktiv war.

Womöglich hat die Szene den Ausgang des Länderspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Wien gegen Österreich (0:2) nicht entschieden. Beeinflusst hat sie die Partie aber auf alle Fälle – als in der 49. Minute Philipp Mwene gleich zweimal zu Boden ging.

 

Erst war der Österreicher von Leroy Sané gefoult worden. Als er sich dann emotional beim deutschen Star des FC Bayern München über dessen Einsatz beschwerte, schlug ihm Sané an den Hals und ins Gesicht. „Er hat ja davor schon zwei, drei Mal einfach Leute umgehauen“, meinte Mwene, „dann ist er auch mir hinten reingelaufen. Ich habe ihn dann gefragt, was mit ihm los ist, und daraufhin ist er komplett ausgezuckt und hat mir eine gegeben. Also damit, dass er so reagiert, habe ich nicht gerechnet.“ Sané sah daraufhin Rot – und musste sich hinterher entschuldigen: „Das Spiel geht auf mich, auf meine Kappe. Da muss ich mich beherrschen. Ich habe die Mannschaft im Stich gelassen.“ Und Philipp Mwene?

„Das war nichts Persönliches gegen Philipp“, bekräftigte Sané, „im Endeffekt trifft ihn gar keine Schuld. Er ist der, der gefoult worden ist.“ Die beiden Profis kennen sich aus der Bundesliga, da der Österreicher beim 1. FSV Mainz 05 unter Vertrag steht. Kürzlich, als der FC Bayern bei den Mainzern 3:1 gewann, fehlte Mwene zwar verletzt, aber die beiden trafen sich auch schon direkt. Zum Beispiel im April 2021. Der Österreicher verteidigte auf der linken Mainzer Abwehrseite, Sané stürmte rechts bei den Bayern.

Von Wien nach Stuttgart

Fußballerisch ausgebildet worden ist Philipp Mwene übrigens nicht bei den Mainzern – sondern beim VfB Stuttgart. Bis 2010 hatte er in seiner Geburtsstadt beim FK Austria Wien gekickt, dann wechselte er als 16-Jähriger in die Nachwuchsabteilung nach Stuttgart. Mit den B-Junioren der Weiß-Roten erreichte er das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, im Elfmeterschießen scheiterte das Team damals am SV Werder Bremen.

Die folgenden beiden Spielzeiten absolvierte er bei den A-Junioren des VfB, kam im Frühjahr 2013 aber auch schon in der Dritten Liga zum Einsatz. Bis 2016 bestritt der heute 29-Jährige dann 73 Drittligaspiele für den VfB Stuttgart II. Nach dem Abstieg in die Regionalliga war das Kapitel Stuttgart für Philipp Mwene dann zu Ende.

Der Außenverteidiger wechselte zum 1. FC Kaiserslautern in die zweite Liga, zwei Jahre später zum 1. FSV Mainz 05. Nach zwei Jahren bei der PSV Eindhoven kehrte er im Sommer 2023 zu den Rheinhessen zurück. Beim 1:3 gegen den VfB Stuttgart am vierten Spieltag stand er 90 Minuten auf dem Feld. Insgesamt kommt er bislang auf vier Saisoneinsätze für die Mainzer.