An 40 beruflichen Schulen im Land werden im Unterricht nun Tablets verwendet. Foto: dpa

Das Land hat einen auf fünf Jahre angelegten Schulversuch gestartet, beim dem rund 5400 Schüler an 40 beruflichen Schulen mit Tablets für den Unterricht ausgestattet werden.

Sindelfingen - Für 60 Schüler der beiden elften Klassen des Technische Gymnasiums an der Gottlieb-Daimler-Schule II in Sindelfingen beginnt das digitale Zeitalter im Unterricht. Die 16- und 17-Jährigen werden an dem Gymnasium mit dem Profil Umwelttechnik künftig Tablets verwenden.

Der baden-württembergische Minister für Kultus, Jugend und Sport, Andreas Stoch, gab am Donnerstag in Sindelfingen den Startschuss für das landesweite Projekt, an dem insgesamt 40 berufliche Schulen mit insgesamt rund 5400 Schülern teilnehmen werden. Das Vorhaben kostet insgesamt knapp 4,5 Millionen Euro. Zwei Millionen Euro steuern die Landkreise als Schulträger bei, 2,5 Millionen Euro bezahlt das Land.

Die Tablets kommen in diesem Schuljahr zunächst an 14 Schulen im Land zum Einsatz. In den nächsten zwei Jahren beteiligen sich weitere 26 Schulen an dem Lernprojekt, das von der Universität Hamburg wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird. Stoch hatte sich für die offizielle Eröffnungsveranstaltung den Kreis Böblingen und die Gottlieb-Daimler-Schule ausgesucht, weil im näheren Umfeld namhafte Weltfirmen agieren: Neben Daimler auch IBM, Porsche und Bosch. „Die Digitalisierung ist dort längst angekommen, nun wird es Zeit, dass die Schulen nachziehen“, sagte der Minister im Hinblick auf den Nachwuchs für die Unternehmen.

Noch einige Probleme zu lösen

Die pädagogischen Konzepte, die mit dem Tablet-Projekt erprobt und weiterentwickelt werden sollen, sind am Landesinstitut für Schulentwicklung erarbeitet worden. „Im Zentrum steht die Frage, welchen Beitrag die Geräte für die individuelle Förderung der Schüler leisten können“, erklärte Stoch. Die Schüler erhalten ihr persönliches Tablet, das sie sowohl im Unterricht, als auch zu Hause für die Vor- und Nachbereitung des Lernstoffs nutzen können. „Dabei werden sicher einige Probleme zu lösen sein“, meinte Stoch, „es kann ein digitaler Spickzettel hergestellt oder auch Privates darauf gespeichert werden.“ Der Lehrer habe die Tablets deshalb zu kontrollieren: „Dabei stellt sich natürlich auch die Frage des Datenschutzes“, sagte der Minister.

Eine vom Kultusministerium eingerichtete Expertengruppe aus Netzwerkspezialisten, IT-Fachleuten und Datenschutzbeauftragen begleitet das Projekt, berät die Lehrer und hilft den Schulen. Der Schulversuch ist zunächst auf fünf Jahre angelegt.In Stuttgart gibt es ein Tablet-Projekt am allgemeinbildenden Schickhardt-Gymnasium.

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