Ein Gutachter der Versicherung untersucht die Brandruine in dem kleinen Teilort von Herrenberg. Weder Ursache noch Schadenshöhe stehen fest. Der Besitzer, Reitlehrer und Tierfotograf Andreas Bräuning, steht vor den Trümmern seiner Existenz.
Auf dem Anwesen in der Altinger Straße in Gültstein liegt das Unglück vom Wochenende noch in der Luft: Von der Brandruine geht ein kalter Qualmgeruch aus, die Pfützen des Löschwassers auf dem Boden sind schwarz vor Ruß. Am vergangenen Samstag wurden Teile des Hofs mitsamt der Scheune sowie das benachbarte Wohnhaus ein Raub der Flammen. Sein Besitzer, der Reitlehrer und Tierfotograf Andreas Bräuning, steht vor den Trümmern seiner Existenz.
Ein großer Radlader schaufelt verkohlte Balken zusammen. Die Scheune und Teile des Wohnhauses, in dem neben Bräuning auch dessen Vater sowie ein Ehepaar mit Kind wohnten, liegen buchstäblich in Schutt und Asche. Das Dachgeschoss des benachbarten Mehrfamilienhauses gleicht ebenfalls einer Ruine. „Gott sei Dank konnte ich meine Unterlagen noch aus einem der Zimmer holen“, sagt er unter dem Eindruck der Ereignisse stehend. Bei dem Brand kam glücklicherweise niemand zu Schaden, alle Betroffenen konnten bei Verwandten und Freunden unterkommen. „Ich konnte drei Nächte im Hotel Römerhof bleiben, dafür bin ich sehr dankbar“, sagt er. Überhaupt sei die Solidarität im Ort beispielhaft.
Niemand kam zu Schaden
Für Bräuning bedeutete der Samstag eine überaus harte Landung in der Realität. „Ich bin an dem Morgen aus dem Urlaub gekommen und hab noch auf dem Flughafen mit meinem Neffen telefoniert, dass ich gut angekommen bin.“ Auf der Heimfahrt erreichte ihn die Schreckensnachricht.
„Mein Neffe hat mich angerufen und mir gesagt, was los ist“, sagt er. Als er an seinem Zuhause ankam, stand dies schon lichterloh in Flammen. Dieser Tage ist er damit beschäftigt, zu retten, was zu retten ist. „Für die Versicherung muss ich Nachweise bringen über die Schadenshöhe“, sagt er. Die beiden Pferde, die im angegliederten Hof unterstanden, konnten bei einem befreundeten Hof unterkommen, „mir wurde da sehr gut geholfen“. Doch die Ursache des Großbrands, die gibt noch Rätsel auf.
Gutachter der Versicherung vor Ort
Das benachbarte Mehrfamilienhaus sei für Ermittlungen gesperrt, sagt Andreas Bräuning. Am heutigen Freitag werde „ein Gutachter das Brandobjekt begutachten“, sagt der Polizei-Pressesprecher André Kielneker. „Dieser wurde durch ein Versicherungsunternehmen beauftragt“, heißt es weiter. Noch seien Mutmaßungen über ein Ausbruch des Feuers reine Spekulation: „Zum aktuellen Zeitpunkt kann weder eine Brandursache benannt noch eine genauere Sachschadenshöhe beziffert werden“, sagt Kielneker. Am Tag der Katastrophe war von rund 800 000 Euro die Rede. „Ich werde das Wohnhaus wohl komplett entkernen müssen“, sagt Andreas Bräuning.