Will mit Subway weiter wachsen: Der baden-württembergische Gebietsleiter der US-amerikanische Franchise-Kette, André Löffler Foto: Subway

Nach der Krise 2009 will die amerikanische Franchise-Kette Subway in den kommenden Jahren expandieren. Allein in Baden-Württemberg sieht Subway Potenzial für 200 weitere Standorte, sagt Gebietsleiter André Löffler.

Stuttgart – Nach der Krise 2009 will die amerikanische Franchise-Kette Subway in den kommenden Jahren expandieren. Allein in Baden-Württemberg sieht Subway Potenzial für 200 weitere Standorte, sagt Gebietsleiter André Löffler.
 
Herr Löffler, wann haben Sie zuletzt bei McDonald’s gegessen?
Ich gehe da ehrlich gesagt ganz gerne hin – ungefähr alle drei Monate. Aber natürlich liegt mein Fokus meistens darauf, wie die Menschen dort arbeiten und welche neuen Produkte es gibt. Bei McDonald’s kann man viel lernen. Als den riesigen Wettbewerber sehe ich die Kette gar nicht, weil wir vom Produkt her ganz anders sind.
2000 ist Subway in Deutschland allerdings durchaus mit der Kampfansage gestartet, McDonald’s bei der Zahl der Filialen übertreffen zu wollen. Heute hat McDonald’s über 1400 Filialen und Sie 591 – was ist passiert?
Wir haben uns am Anfang sehr hohe Ziele gesetzt und die Zahl der Filialen in Deutschland bis 2008 auf über 800 gesteigert. Dann ist uns die Wirtschaftskrise dazwischengekommen. Wir haben uns konsolidiert, neu aufgestellt, und jetzt geht es uns wieder wunderbar. Wir wollen in den kommenden Jahren kräftig expandieren. Das wichtigste Ziel für uns ist es, qualitativ zu wachsen und nicht auf Teufel komm raus größer als alle anderen zu werden.
Ihre Filialen sind in der Hand von Franchise-Partnern. In der Krise haben diese moniert, dass sie zu miserablen Bedingungen mit Subway zusammenarbeiten müssten.
Ich konnte diese Kritik noch nie nachvollziehen. Ich bin seit über 13 Jahren Gebietsleiter in Baden-Württemberg und habe selbst zwei Filialen. Meiner Meinung nach betreut Subway seine Partner gut. Trotzdem haben wir in der Krise auch vieles überarbeitet.
Müssen die Partner jetzt nicht mehr 12,5 Prozent vom Umsatz an Subway abführen?
Acht Prozent des Umsatzes werden direkt an Subway abgegeben, die restlichen 4,5 Prozent fließen in einen Werbefonds, der den Partnern zugutekommt und von dem alle Marketingaktivitäten bezahlt werden. Das gilt für jedes unserer weltweit 42 000 Restaurants. Und für die Gebühren, die die Partner zahlen, bekommen sie auch viel. Vor der Krise sind einige Partner, beflügelt vom anfänglichen Erfolg, zu schnell gewachsen. Da haben sich einige überhoben. Heute sind die Filialen sehr profitabel. Die Ertragslage hat sich gut entwickelt. Die 66 Filialen in Baden-Württemberg haben ihre Umsätze 2013 um fünf Prozent gesteigert und verzeichnen auch 2014 bisher ein Umsatzplus von fünf Prozent.
Wie viele Filialen in Baden-Württemberg sind nicht profitabel?
Grundsätzlich ist Baden-Württemberg ein sehr attraktiver Standort. Die Arbeitslosigkeit ist gering, die Kaufkraft ist hoch. Bezogen auf die Umsätze pro Filiale liegt Baden-Württemberg im Spitzenfeld von Deutschland. Bei der Filialdichte liegt Baden-Württemberg allerdings nur im Mittelfeld. Wir haben dort noch viele weiße Flecken auf der Landkarte und sehen auch in einigen Städten, in denen wir schon vertreten sind, weiteres Potenzial. Das wollen wir in den kommenden Jahren angehen.
Wo befinden sich in Baden-Württemberg noch weiße Flecken?
Im südbadischen Raum sind wir noch unterbesetzt. Wir haben eine Filiale in Freiburg und sind in der Umgebung aber nicht vertreten. Im Großraum Stuttgart fehlen uns Städte wie Sindelfingen. Aber auch in Stuttgart selbst sehen wir noch Potenzial. Dort haben wir derzeit sechs Standorte und sind der Meinung, dass wir die Anzahl verdoppeln können. Auch im Schwarzwald ist Subway noch unterrepräsentiert. Insgesamt haben wir eine Liste mit 200 potenziellen Standorten in Baden-Württemberg, die wir analysiert haben und wo sich ein Subway rentieren würde. Diese Standorte befinden sich in 140 unterschiedlichen Gemeinden.
Wie viele Filialen gab es in Baden-Württemberg in Spitzenzeiten?
Anfang 2009 hatten wir im Land noch 90 Filialen.
Wann haben Sie diese Zahl wieder erreicht?
Das lässt sich nicht genau vorhersagen. Ich denke aber, dass wir das in zwei bis drei Jahren schaffen werden. Subway steht so gut da wie noch nie. Das Fundament ist gut, das Marketing passt, wir haben im Land 35 gute Partner. Das wollen wir weiter ausbauen.
Dabei sind die Wachstumsraten im gesamten Fast-Food-Bereich seit einigen Jahren rückläufig. Woran liegt das?
Der Konsument fokussiert sich immer mehr auf gesundes Essen. Dieses Bedürfnis können viele Fast-Food-Ketten nicht bedienen. Das spielt uns mit unserem gesundheitsbewussten Produkt natürlich in die Karten.
Wirklich gesund ist Subway aber auch nicht.
Wir haben frisch gebackenes Brot im Programm – sogar aus Vollkorn. Wir benutzen frische Zutaten und bieten kalorienarme Produkte an. Man kann sich bei Subway durchaus sehr gut ernähren und ist trotzdem schnell unterwegs.
Können Sie sich vorstellen, sogar eine Bio-Linie einzuführen?
Bio ist für uns durchaus ein Thema. Wir haben eine gesundheitsbewusste Zielgruppe im Visier. Andererseits hätten wir mit weltweit 42 000 Restaurants auch große Herausforderungen, Bio umzusetzen. Das ist zum einen eine Kostenfrage, zum anderen ist nicht in jedem Land die Nachfrage nach Bioprodukten gleich hoch. Für den deutschen Markt könnte ich mir aber durchaus vorstellen, dass wir auch einmal Biowaren ins Programm aufnehmen.
Wäre das auch eine Reaktion auf die Lebensmittelskandale wie zuletzt die verseuchte Dänen-Wurst? Die Kunden werden zunehmend vorsichtig.
Subway war in Deutschland bisher noch von keinem der Lebensmittelskandale direkt betroffen. Alle unsere Produkte entsprechen höchster Lebensmittelsicherheit, und wir arbeiten ausschließlich mit qualitätszertifizierten Lieferanten. Schwieriger war es beim Ehec-Skandal, auch dort waren wir nicht direkt betroffen, aber bei uns enthalten fast alle Produkte frisches Gemüse. Das hat zur Verunsicherung der Kunden geführt und zog bei uns Umsatzeinbußen nach sich.
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