Die Entertainerin, Feministin und Burlesque-Tänzerin Sandra Steffl (links) trat in der Note für das Kinderhospiz auf. Rechts: ihre Gastgeberin Christina Lucia Semrau. Foto: Andreas Engelhard

Mit Kurven und verführerischen Blicken will die Entertainerin Sandra Steffl beweisen: Erotik und Feminismus passen zusammen. In der Note ist die Münchnerin vor Stuttgarts Kulturszene für das Kinderhospiz aufgetreten.

Stuttgart - Man weiß nicht, was mehr für die bayerische Blondine spricht: dass sie Anfang dieses Jahres als Allererste aus dem Dschungelcamp geflogen ist oder dass sie in ihrem Buch „Kurvenstar“ den „unperfekten“ Körper rühmt? Nicht die sogenannten Idealmaße, lernen wir von Sandra Steffl, entscheiden, ob eine Frau sinnlich ist und Ausstrahlung hat. „Sinnlich ist nur, wer sich selbst so lieben kann, wie er ist“, sagt sie.

Also, verehrte Leserinnen und Leser, dann lieben wir uns doch alle mal selbst! Beim Lieben könnte die Frauenrechtlerin Sandra Steffl, 48, Vorbild sein. Die Burlesque-Tänzerin findet ihren Körper stark und baggert gern Männer an, womit bewiesen ist, dass Feminismus nicht lustfeindlich sein muss, wie mitunter ketzerisch behauptet wird. Und die Schauspielerin, die sie auch ist (debütierte 1997 im Dietl-Film „Rossini – oder Die mörderische Frage, wer mit wem schlief“), scheint es ernst zu meinen, wenn sie sagt, sie sei in Stuttgart verliebt.

Stuttgart mit „feierfreudigen Menschen“ gefällt ihr

Juhu, wieder bei den Schwaben! „München wird überschätzt“, sagt Sandra Steffl in der Bar Note in der Liederhalle, wo sie singt und Späße macht bei der „La Fête Privée – Le Clubbing d‘Art“, der am französischen Salonleben orientierten Party von Netzwerkerin Christina Lucia Semrau zugunsten des vor einem Jahr in der Diemershalde eröffneten Kinderhospizes.

Damit will das Münchner Kindl ohne Kurvenstarallüren wohl sagen, dass Stuttgart außerhalb des Feinstaub-Kessels unterschätzt wird. Bei ihrem mehrmonatigen Gastspiel im Friedrichsbau-Varieté hat sie „viele tolle Stuttgarterinnen und Stuttgarter“ kennengelernt, so dass sie rasch zugesagt hat, ein kleines Programm beim Benefizfest für ein feierfreudiges und zum Spenden bereites Publikum aufzuführen.

Die VIP-Bändel sind Liebesperlen-Sweeties zum Abknabbern

Tolle Preise gibt’s bei der Tombola zu gewinnen, unter anderem Theaterkarten, die gestiftet wurden von den in dieser Nacht anwesenden Intendanten Sebastian Weingarten (Renitenz), Timo Steinhauer (Friedrichsbau) und Axel Preuß (Schauspielbühnen). Nach Ende der Vorstellungen in Möhringen stoßen die Musicalstars Felix Martin, Maximilan Mann, Daniela Ziegler vom „Glöckner“ und aus „Anastasia“ dazu sowie von den Proben das Ensemble des Musicals „Hair“, das am 7. Dezember im Alten Schauspielhaus Premiere feiert. Außerdem gesehen: SWR-Moderatorin Tatjana Geßler, „Charakterköpfe“-Fotograf Wilhelm Betz, Künstler Rainer Simon, Heiko Volz alias Äffle, Musikerin Moni Ramoni , Filmproduzent Robin K. Bieber (zeigte auf dem Handy den Trailer für seinen Film ­„Wake up Call“), Trickfilmfestival-Chef Dieter Krauß, die Schauspielerinnen Barbara von Münchhausen, Diana Gantner, Ex-Radprofi Thomas Wagner, Musikproduzent Zeljko Lopicic, Modedesigner Tobias Siewert.

Bei den Künstlerpartys von Kinderhospiz-Botschafterin Christina Lucia Semrau ist es üblich, dass Werke nicht zum Bewundern an den Wänden hängen, sondern von Models tanzend durch die Menge getragen werden. Kunst mittendrin, diesmal vom spanischen Maler Luciano Moral. Die VIP-Bändel sind nicht goldfarben, sondern bunte Liebesperlen-Sweeties zum Abknabbern.

Wenn Feminismus die Kräfte der Erotik nutzt

Mittendrin, als wolle sie Stuttgarts schönste Männer anknabbern, ist der München-Export Sandra Steffl mit dem knallroten Kussmund. Früher hätte man so eine aufgedrehte und aberwitzige Frau Ulknudel genannt. Nicht immer weiß man, ob alles stimmt, was sie sagt. Diese Geschichte kommt an: Ihre Mama und ihr Papa seien wie die Menschen in Stuttgart äußerst feierfreudig. Sie liebten die Wiesn. Hinter einem Festzelt des Oktoberfestes sei sie gezeugt worden, erfahren die Gäste der Note. Dass sie keine Fake-News erzähle, könne man sich ausrechnen: „Im Juli bin ich geboren.“

Frauen, die beim Biertrinken gezeugt werden, können sich, wie schön, an sich selbst berauschen – erst recht, wenn ihr Körper ein paar Pfunde zu viel auf die Waage bringt. Sandra Steffl, eine Kämpferin für Frauenrechte, ist der Beweis: Der Feminismus kann die Kräfte der Erotik nutzen. Flirten ist noch kein sexistischer Akt, wenn auf beiden Seiten viel Spaß ist.

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