Stuttgarter Weindorf Lange Schlangen vor den Klo-Containern

Von Armin Friedl 

Zu Beginn des Weindorfs gab es nicht ausreichend Toiletten-Container für die Besucher. Foto: privat
Zu Beginn des Weindorfs gab es nicht ausreichend Toiletten-Container für die Besucher. Foto: privat

Das Weindorf ist in diesem Jahr mit weniger Toilettenanlagen gestartet. Das hat sich allerdings als Fehler erwiesen. Am Dienstag hat der Veranstalter auf das Problem reagiert.

Stuttgart - Zum guten Essen und Trinken gehört auch ein guter Platz zum Verdauen. Bei großen Festivitäten sollten zumindest ausreichend Örtlichkeiten vorhanden sein, damit es nicht zu längeren Wartezeiten kommt. Doch genau an solchen Örtlichkeiten fehlt es in der Innenstadt: Schon anlässlich des Stadtfests im August gab es entsprechende Beschwerden aus der Leserschaft, jetzt zum Weindorf sind es noch mehr geworden. Mittlerweile liegen auch Fotos vor, die von langen Wartezeiten vor den Toilettencontainern künden, vor allem bei den Frauen.

Zusätzlicher Toiletten-Container

Beim Weindorf gibt es sogar im Vergleich zum Vorjahr weniger Orte mit Container-Toiletten. Bärbel Mohrmann, Geschäftsführerin vom Veranstalter Pro Stuttgart, verspricht da schnelle Verbesserung: „Wir haben das Problem erkannt und wir haben darauf reagiert. Seit diesem Dienstag haben wir einen zusätzlichen Toiletten-Container aufgestellt.“ Als Grund für den Rückbau der Bedürfnisanlagen nennt sie: „Wir wollten mal auf die Wünsche der Einzelhändler eingehen, die so etwas nicht mehr vor ihren Geschäften wollten. Aber es zeigte sich, dass wir so den Ansturm nicht bewältigen können.“

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Noch bessere Zeiten verspricht Mohrmann für die Zukunft: „Wir werden für das nächste Jahr ein ganz neues Konzept entwickeln. Dazu gehören deutlich mehr Damen-Toiletten. Außer der inzwischen zusätzlich aufgestellten Container-Toilettenanlage in der Stiftstraße werden wir an besonders stark frequentierten Tagen auch noch die Toiletten hinter dem Rathaus bei der ehemaligen Kostbar anmieten.“ Auch letzteres soll schon aktuell umgesetzt werden.

Theorie und Praxis sind manchmal zwei verschiedene Dinge: „Rein rechtlich sind wir auf der sicheren Seite, wir erfüllen alle Vorgaben in Bezug auf Toiletten und Fluchtwege“, stellt Mohrmann fest, „aber in der Praxis funktioniert das mit den Toiletten eben nicht“. Sie fügt noch hinzu: „Vor allem jetzt am Wochenende war das Weindorf sehr gut besucht, insbesondere am Samstag. Das hat uns alle überrascht, aber wir reagieren auch schnell darauf.“

Unzufriedene Einzelhändler

Dafür hat sie jetzt nach eigenen Aussagen mehr Stress mit Einzelhändlern. Mit dieser Problematik ist sie nicht allein. Mohrmann: „Ich habe mit den Veranstaltern vom Sommerfest der Kulturen und vom Weihnachtsmarkt gesprochen. Die Klagen sind die gleichen: Schön, dass es diese Feste gibt. Aber bitte nicht vor unserem Laden. Aber dieses Problem muss gelöst werden. Und wo sollen wir sonst schon hin mit den Toiletten?“ Mohrmanns Motto lautet jetzt: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Als Frau erlebe ich ja selbst, wie nervig das lange Anstehen ist.“

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