Das Leuchtband markiert den Grundriss des Kunstmuseums. Foto: Koliusis/Nikolaus Koliusis

Was steckt eigentlich hinter all den Kunstwerken, die man in der Stuttgarter Innenstadt findet? Heute: das blaue Lichtband von Nikolaus Koliusis unter der Planie.

Stuttgart - Was taugt 50 km/h? Die Skulptur von Nikolaus Koliusis unter der Stuttgarter Planie im Schnelltest.

 

Worum geht’s? 2005 wurde das neue Kunstmuseum Stuttgart am Kleinen Schlossplatz eingeweiht. Damit die Autofahrer, die durch den Tunnel unter der Planie fahren, eine Ahnung bekommen, was in der Welt über ihnen stattfindet, greifen blaue Leuchtbänder den quadratischen Grundriss des Kubus’ auf.

Wer hat es gemacht? Der Stuttgarter Nikolaus Koliusis ist ausgebildeter Fotograf. Seine künstlerischen Arbeiten beziehen sich meist auf die Architektur und die Wahrnehmung von Raum. Häufig nutzt er blaue Folie aus Hollywood, um die Welt einzufärben und die Wahrnehmung zu verändern.

Sieht aus wie? Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handle sich um schlichte Leuchtkästen, um den Tunnel zu erhellen. Aber warum in Blau und in dieser Form?

Kunstrichtung? Lichtkunst, aber auch Konzeptkunst, weil hier mit minimalen Mitteln eine Idee versinnbildlicht wird.

Unser Urteil? Obwohl der Gemeinderat sofort überzeugt war von der Idee, haderte man mit den Kosten von 67 000 Euro, stimmte aber schließlich doch zu. Gut so, denn das Konzept ist zwar einfach, aber schlüssig – und die hässlichen Autoröhren werden auf schöne Weise aufgewertet.

Und sonst? Sind die Zeiten vorbei, als man in Stuttgart noch mit Tempo 50 fahren durfte. Deshalb müsste die Arbeit heute eigentlich „40 km/h“ heißen.

Stuttgarter Skulpturen im Überblick

► Was taugt das bunte Riesenmobile am Kunstmuseum?

► Was taugt der Turm an der Kulturmeile?

► Was taugt das blaue Lichtband im Tunnel?

► Was taugt das „Sanctuarium“ am Pragsattel?

► Was taugt „Ramp“ hinterm Bahnhof?