Halim Eroglu hat bei den Stuttgarter Kickers schlechte Karten, was seine sportliche Zukunft betrifft. Der Regionalligist würde dem Stürmer nach Informationen unserer Redaktion keine Steine in den Weg legen, wenn er einen neuen Verein findet.
Ein Vorfall nach dem gewonnenen Regionalliga-Derby der Stuttgarter Kickers gegen den VfB Stuttgart II (2:0) brachte das Fass zum Überlaufen. Aus Frust, ausgerechnet gegen seinen Ex-Club und Ex-Trainer Markus Fiedler, nicht zum Einsatz gekommen zu sein, schwänzte der enttäuschte Halim Eroglu das vereinbarte Mannschaftsessen im ADM-Sportpark.
Nur 60 Minuten am Ball
Danach wurde der 19-Jährige vorläufig suspendiert, stand in den Spielen gegen den FC-Astoria Walldorf, bei der TSG Backnang (WFV-Pokal) und beim SGV Freiberg nicht im Kader von Trainer Mustafa Ünal, der als sein Ziehvater gilt und ihn schon als U-16-Spieler in die U17 hochzog.
Sonntag gegen FC 08 Homburg
Eroglu hat auch vor dem Heimspiel gegen den FC 08 Homburg (Sonntag, 14 Uhr) schlechte Karten, was seine sportliche Zukunft bei den Kickers betrifft – trotz eines bis 2025 laufenden Vertrags. Nach Informationen unserer Redaktion würde der Verein dem talentierten Angreifer keine Steine in den Weg legen, wenn er einen neuen Club finden würde. In dieser Saison kam er in den 16 Regionalligaspielen der Blauen nur insgesamt 60 Minuten zum Einsatz.
Die Aktion nach dem VfB-Spiel war offenbar nicht die erste, in denen Eroglu Regeln nicht einhielt. Nach seinem Nicht-Einsatz beim WFV-Pokal-Spiel beim 1. Göppinger SV (Sieg im Elfmeterschießen) zeigte er im Training die falsche Reaktion. Was nur eine Kleinigkeit ist, aber auch bei den Fans nicht gut ankommt: Bei der Ehrenrunde nach dem Spiel, wählte Eroglu, wenn er nicht zum Einsatz kam, auch mal eine Abkürzung und ging lustlos direkt in die Kabine.
Kececis Abgang nicht positiv
Zudem wirkte sich der Abgang seines ehemaligen Teamkollegen Oguzhan Kececi im vergangenen Sommer zum FC Nöttingen auch nicht positiv aus – er war so etwas wie sein großer Bruder und hatte Eroglu ab und zu an die Hand genommen. Natürlich muss man das Ganze nicht zu hoch hängen. Und aus Eroglus Umfeld heißt es: „Er ist halt noch ein junger Kerl.“
Vom Verein war am Donnerstag zunächst niemand zu erreichen. Auch Eroglus Berater Angelo Vaccaro wollte sich offiziell nicht äußern. Doch bei den Kickers scheint man mit der Geduld und der Energie am Ende zu sein. Es ist nicht zu erwarten, dass im Fall von Eroglu ein weiteres Mal ein Auge zugedrückt wird. Schon allein, um in der Mannschaft mit gleichem Maß zu agieren.