Innenverteidiger Paul Polauke sah gegen den SSV Ulm 1846 die Rote Karte. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Verletzung, Rote Karte, Patzer – der eigentlich sehr positive Auftritt der Stuttgarter Kickers beim WFV-Pokal-Aus gegen den SSV Ulm 1846 gerät in den Hintergrund. Weiter offen ist die Frage, ob Paul Polauke auch in der Liga gesperrt wird.

Am Mittwochvormittag befanden sich der Württembergische Fußball-Verband (WFV) und die Regionalliga Südwest noch in der Abstimmung. Hat die Rote Karte von Innenverteidiger Paul Polauke auch Auswirkungen auf die Punktspiele der Stuttgarter Kickers? Wären die Blauen Oberligist, würde Polauke definitiv für Pflichtspiele in Meisterschaft und Pokal gesperrt, da der Regionalliga-Spielbetrieb aber außerhalb des württembergischen Landesverbands angesiedelt ist, war die Antwort bis zum Mittag noch offen und bleibt sie vorerst auch: „Ob der Spieler in der Regionalliga eingesetzt werden kann, hängt davon ab, ob das Sportgericht die Notwendigkeit sieht, den Spieler für alle Pflichtspiele zu sperren oder nur für die im Pokal. Die Entscheidung wird bis spätestens Freitag getroffen“, heißt es in der Mitteilung des Verbands.

 

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Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, für Kickers-Trainer Mustafa Ünal stand am Morgen nach dem 0:2 (0:0) gegen den Drittliga-Spitzenreiter SSV Ulm 1846 Fußball vor 8720 Zuschauern im Gazi-Stadion fest: „Die Rote Karte darf nicht passieren.“ Polauke war nach dem Ulmer 2:0 (86.) zum Linienrichter gerannt, wollte wegen einer möglichen Abseitsstellung reklamieren, da kamen ihm die jubelnden SSV-Spieler entgegen, Philipp Maier änderte die Richtung und Polauke riss ihn unsanft um. Ünal wird mit dem 24-Jährigen ein Gespräch führen: „Das ist meine Aufgabe. Paul ist ein noch relativ junger Innenverteidiger, mein Ziel ist es, dass er aus der Sache lernt.“

Kolbe mit Verdacht auf Faserriss

Der Platzverweis für Polauke ist umso bitterer, da auch Innenverteidigerkollege Niklas Kolbe ausfiel. Der 27-Jährige musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel kurz nach der Pause ausgewechselt werden. Die exakte Diagnose stand am Mittwochmittag noch aus. Zumindest für die Partie am kommenden Sonntag (14 Uhr) beim FSV Frankfurt dürfte ein Einsatz komplett ausgeschlossen sein.

Wahrscheinlich wird der für Kolbe eingewechselte Mario Borac am Bornheimer Hang von Beginn an spielen. Der noch für die A-Junioren spielberechtigte 18-Jährige hatte gegen Ulm als Kolbe-Ersatz den Vorzug vor Melvin Ramusovic, Leon Maier und auch Nico Blank bekommen, den Ünal auch schon im Abwehrzentrum eingesetzt hat. „Mario hat sehr gut trainiert, er ist wie Kolbe ein Linksfuß, das ist ein Vorteil bei der Spieleröffnung“, begründete Ünal. Außerdem sei es der Weg der Kickers, junge Spieler heranzuführen und dann auch in der ersten Mannschaft einzusetzen.

Neben den Ausfällen der beiden Innenverteidiger stand bei den Blauen auch Felix Dornebusch im Fokus der Diskussionen. Der im bisherigen Saisonverlauf lange Zeit so extrem zuverlässige Torwart leitete mit seinem Patzer die Ulmer 1:0-Führung durch VfB-Leihgabe Thomas Kastanaras (79.) ein. Ünal nimmt den 29-Jährigen jedoch in Schutz: „Für mich ist Felix der beste Keeper der Liga, der eine fehlerfreie Hinrunde hingelegt hat. Ohne ihn wären wir Fünfter, Sechster oder Siebter. Solch ein Patzer passiert auch in der Champions League und steht ihm auch einmal zu.“ Zuletzt hatte Dornebusch aber auch beim 0:5 bei der TSG 1899 Hoffenheim II das Gegentor zum 0:3 verschuldet und beim 3:1 bei Schott Mainz Unsicherheiten gezeigt. Richtig spielentscheidend war bisher aber nur sein Aussetzer gegen die Spatzen.