Der Stuttgarter Sascha Gerecht Foto: StN

Der Stuttgarter Sascha Gerecht, bekannt als DJ Pate No. 1, hat es in den USA in die Reality-Show „Euros of Hollywood“ geschafft, die landesweit ausgestrahlt wird.

Stuttgart - Sieht so der typische Deutsche aus? Muskulös, tätowiert, strotzend vor Testosteron? „German Tank“ – so wird Sascha Gerecht in den USA genannt. Immer mehr Amerikaner kennen den Stuttgarter, weil er in der Reality-Soap „Euros of Hollywood“ zur Primetime im Fernsehen kommt.

Bisher mögen viele in den Staaten gedacht haben, Deutsche essen Sauerkraut, lieben Wiener Würstchen und trinken sich gern einen Bierbauch an. Doch nun taucht Mister Gerecht auf, der sportlich ist, schlank, eloquent, frech und auch ein bisschen arrogant.

„Nach Heidi Klum bin ich der einzige Deutsche mit einer landesweiten TV-Show in den USA“, sagt der 39-Jährige den Stuttgarter Nachrichten. Als DJ Pate No. 1 hat er 16 Jahre lang den House-Club N-Pir in Feuerbach betrieben und ist noch immer an der Kost-Bar hinter dem Stuttgarter Rathaus beteiligt. Nun bietet ihm Bravo TV – der US-Sender hat nichts mit dem deutschen Teenie-Magazin zu tun, gehört zu NBC und kann in 96 Millionen Haushalten empfangen werden- eine Plattform, um einerseits für sein Modelabel Rockstars und Angels zu werben, aber auch andererseits für den neuen Deutschen, der den amerikanischen Traum auf eine spezielle europäische Weise lebt.

Sascha Gerecht wollte schon als kleiner Junge berühmt werden

In der Reality-Show „Euros of Hollywood“, die seit dem 3. November pro Folge im Schnitt auf drei Millionen Zuschauer kommt, geht es um sechs Europäer, die in L.A. zu Stars werden wollen. Ihre Egos entsprechen dabei ungefähr der Größe ihrer Heimatländer. Der Stuttgarter hat es unter anderem mit Belona zu tun, einer Madonna aus Albanien, mit Jannik aus Dänemark, der für Reiche Schmuck entwirft und mit Massimo aus Italien, der versucht, in der Filmbranche Fuß zu fassen.

„Schon als kleiner Junge habe ich davon geträumt, in den USA berühmt zu werden“, sagt Sascha Gerecht. Sein Beispiel zeige: „Man sollte fest an seine Träume glauben – dann kann man alles schaffen.“

Träumen allein hilft nicht immer – meist ist es gut, wenn sich zu den Träumen auch noch Beziehungen dazugesellen. Der 39-Jährige kannte den gebürtigen Waiblinger Claus Ettensberger, der in Hollywood den Reichen und Schönen getunte Autos verkauft. Über den Waiblinger hat der schwäbische Pate in der Welt der Stars Fuß gefasst. Bei der Party von Popstar Prince legte er in der Nacht der Oscar-Verleihung vor 1000 Gästen auf. Immer wieder wurde er von den besten Clubs von L.A. und Las Vegas gebucht. Heidi Klum engagierte ihn für ihre Show „Germany’s Next Topmodel“ als Fitness-Trainer ihrer Kandidatinnen. „Böser Bub“ stand auf seinem T-Shirt. Später gründete er sein Modelabel Rockstars und Angels und pendelte zwischen LA und Stuttgart.

Heute sagt der „böse Bub“: „Hollywood ist für mich das Tor zur Welt – nur hier besteht die Möglichkeit, diese auch zu erobern.“ In Los Angeles seien die Deutschen beleibt und geschätzt für Fleiß und Zuverlässigkeit. Sascha Gerecht ist als „German Tank“ im Glück angekommen. Größer sei die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, als in den USA eine landesweite TV-Show zu bekommen. Nun wird sich zeigen, wer von sechs „Euros of Hollywood“ es schafft, nach Ende der Reality-Serie ein Star zu werden. In den Staaten, sagt Gerecht, seien Doku-Soaps nicht so inszeniert wie in Deutschland. Der amerikanische Traum, dies zeigt sich erneut, ist international.

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