Die Brücke beim Porsche-Museum wurde im Jahr 1936 erbaut. 1964 wurde sie verbreitert. Seitdem wurde das Bauwerk nicht grundlegend saniert. Foto: Georg Friedel

Die Brücke Schwieberdinger Straße beim Porsche-Museum muss laut dem Tiefbauamt dringend saniert werden

Zuffenhausen - Die Stadt Stuttgart besitzt rund 700 Ingenieurbauwerke. Die Kosten für die Unterhaltung sind hoch und viele Straßen, Brücken, Tunnel und anderen Bauwerke sind in einem so schlechten Zustand, dass sie entweder saniert oder ganz erneuert werden sollten. Bereits vor zwei Jahren hat die Stadt den Zustand ihrer Bauwerke in einem Bericht bewertet und aufgelistet. In Zuffenhausen beispielsweise steht die Brücke Schwieberdinger Straße, die über die Bahngleise führt, ganz oben auf der Liste. Ihr Zustand ist so schlecht, dass schon seit ein paar Jahren keine Schwertransporte sie mehr passieren dürfen.

„Die Brücke gehört zu den schlechteren Bauwerken“, sagt Silvester Koci vom Tiefbauamt. Sie stammt aus dem Jahr 1936. 1964, also fast 30 Jahre später, wurde sie verbreitert. Seitdem wurden laut Koci – abgesehen von einem neuen Straßenbelag – keine grundlegenden Instandsetzungen mehr gemacht. Korrodierter Betonstahl und Abplatzungen ließen demnach keine Schwerlasttransporte mehr zu. Da die Straße in Richtung Porsche und damit ins Industriegebiet führe, gehöre sie zu den dringlichen Projekten.

50 Bauwerke müssten kurzfristig instand gesetzt werden

Stützt man sich auf die letzte Prüfung des Tiefbauamtes, so müssten in Stuttgart 50 Bauwerke kurzfristig instand gesetzt werden, also innerhalb von ein bis acht Jahren. Mittelfristig, also in den kommenden 15 Jahren, träfe das laut der Stadt auf 160 Bauwerke zu. In dem Bericht, der Ende Oktober im Ausschuss für Umwelt und Technik vorgestellt wurde, heißt es: „Bisher stehen für die Erneuerungsmaßnahmen dauerhaft keine gesonderten Haushaltsmittel zur Verfügung.“ Zwar wurde das Budget zum Erhalt der Infrastruktur ab dem Doppelhaushalt 2016/2017 erhöht, doch sei dieses, wie es in dem Bericht weiter heißt, nicht ausreichend. So hofft man, dass das Budget von derzeit jährlich 1,45 Millionen Euro auf mindestens 2 Millionen Euro erhöht wird. Sie sollen zum Doppelhaushalt 2018/2019 beantragt werden. Umfangreichere Erneuerungsmaßnahmen, wie etwa die der Brücke Schwieberdinger Straße, müssten jedoch künftig über die Wunschliste beantragt und gegebenenfalls als Einzelobjekt in den Haushaltsplanberatungen vom Gemeinderat bewilligt werden. Im Tiefbauamt hofft man, dass der Antrag für die Planungsmittel im Doppelhaushalt 2018/2019 bewilligt wird. „Ein bis acht Jahre klingen nach einer langen Zeit“, sagt Koci, aber die Zeit ginge bei derart umfangreichen Projekten schnell ins Land. „Wir versuchen, das rechtzeitig anzugehen“, betont er. Da so ein Projekt in zwei Stufen verläuft, würden zunächst einmal Planungsmittel beantragt werden.

Wie ein möglicher Neubau aussehen könnte, hängt auch von der Deutschen Bahn ab. Denn die Brücke läuft über drei Bahngleise. „Eines ist jedoch nicht mehr in Betrieb. Die Bahn überlegt, es abzubauen“, sagt Koci. Für einen Neubau würde das bedeuten, dass sowohl Brückenfläche als auch die Spannweite deutlich kleiner ausfallen würde. „Das wäre die deutlich wirtschaftlichere Lösung, als die alte Brücke komplett zu sanieren“, erklärt er.

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