Die Narrenoberliga Kornwestheim sorgt mit ihrer Guggenmusik für eine ausgelassene Stimmung. Foto: Susanne Müller-Baji

Die „Weilemer Hörnleshasa“ haben am Samstag zur elften Fasnet mit Guggenmusik und Gardetanz in die Lindenbachhalle eingeladen.

Weilimdorf - Eine brechend volle Halle, ausgelassene Stimmung, aber auffallend wenig Häsle gab es zum Auftakt des Weilemer Hörnleshasaballs – zunächst. Dafür tobte die Guggenmusik der Kornwestheimer Narrenoberliga (NOL) über die Bühne: Naturnah mit Bockshörnern und Laubdecke ausgestattet, erklang hier mitnichten ein Halali, vielmehr dreht man Robby Williams und Prince durch die Narren-Mangel: So soll es sein, wenn man im Zeichen des Hasens festet.

Wir erinnern uns an die Legende hinter dem Weilemer Symboltier: Demnach soll ein örtlicher Bauer nach dem Frühschoppen auf sein Stückle gegangen – oder muss man sagen: getorkelt? – sein und dabei einen Hasen mit Hörnern erblickt haben. Sehr zum Spott seiner Stammtischbrüder. Die danach benannte örtliche Narrenzunft gibt es seit 2005 und zum elften Mal richtete sie nun einen eigenen Fasnetsball aus.

Straßenfasnet und Prunksitzung

Was ein Widerspruch in sich ist, denn die Hörnleshasa fühlen sich mit ihrer Häs der alemannischen Fasnet zugehörig, und die spielt sich draußen auf den Straßen ab. Der Hörnleshasaball schafft freilich alljährlich die Quadratur des Kreises und bringt Straßenfasnet und Prunksitzung zusammen, so dass nun auch Elferräte und Faschings-Tanzgarden unter den zahlreichen Gästen waren. Die Hörnleshasa selbst waren am roten Vereins-T-Shirt kenntlich. Die Häs mit den Schellengürteln und der geschnitzten Larve legen sie wieder am kommenden Wochenende beim Landesnarrentreffen im benachbarten Ditzingen an.

„Unsere Häs’ sind für die Halle gänzlich ungeeignet“, erklärte dazu „Pressehas“ Sabrina Pallas. Sie und Kassierer Hans-Jürgen Bolkart wurden an diesem Abend mit dem Großkreuz des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine (LWK) geehrt – für ihre Verdienste um Erhaltung und Pflege der Fastnacht. Außerdem trat das vereinseigene Männerballett zu vorgerückter Stunde erstmals in Vollbesetzung auf. Und es gaben sich originelle Kostüme ein Stelldichein: Luzifer unterhielt sich seelenruhig mit einem Mönch, Mini Mouse trug Pünktchen und ein wahrhaftiger Clownsfisch a la „Findet Nemo“ schwamm vorbei.

Närrische Verneigung vor den Hörnleshasa-Hästrägern

Für Rums, Stimmung und Gardetanz sorgten die zahlreichen befreundeten Zünfte und Vereine. Wobei man sich fragen muss, ob wirklich schon die allerkleinsten Funkenmariechen mit vollem Make-up und antrainiert possierlichem Blick auf die Bühne müssen. Spätestens beim „Alice im Wunderland“-Medley konnte man dann auch wieder Hasenlöffel und Puschelschwänzchen in der Lindenbachhalle ausmachen. Zwar ohne Hörnle, aber irgendwie doch als närrische Verneigung vor den Hörnleshasa-Hästrägern.

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