Eine der Schattenseiten des Sommers ist die Vermüllung von Gehwegen, Straßen, Parks oder Spielplätzen. Um dem Einhalt zu gebieten, sind Mitarbeiter des städtischen Vollzugsdiensts im Einsatz.

Wange - Eine der Schattenseiten des Sommers ist die Vermüllung von Gehwegen, Straßen, Parks oder Spielplätzen – auch in den Oberen Neckarvororten. Offenbar ist es vielen Menschen egal, wo sie ihren Müll loswerden. Dabei ist achtlos weggeworfener Unrat nicht nur unansehnlich, sondern schädlich für die Umwelt. Eine Zigarettenkippe verunreinigt beispielsweise bis zu 40 Liter Wasser. Wer die Umwelt mit seinem Müll verschmutzt, wird daher von der Stadtverwaltung zur Kasse gebeten: Eine weggeworfene Zigarettenkippe kostet den Verursacher 75 Euro plus 28,50 Euro Verwaltungsgebühr, das sind insgesamt 103,50 Euro – genau so viel kostet ein unsachgemäß entsorgtes Kaugummi . Wer eine Tüte mit Hausmüll im Grünen entsorgt, muss mit einer Geldstrafe von bis zu 800 Euro rechnen.

Um der zunehmenden Vermüllung entgegenzusteuern, hat die Stadtverwaltung in diesem Jahr das Konzept „Sauberes Stuttgart“ ins Leben gerufen. Im Zuge dessen wurden die Bußgelder für Müllsünder erhöht und die Kontrollen verschärft: Seit Februar sind Mitarbeiter des städtischen Vollzugdiensts auf Streife unterwegs, um Müllsünder auf frischer Tat zu ertappen. Dafür hat die Stadt bei der Behörde zwölf neue Stellen geschaffen. Die Mitarbeiter sind in Uniform und in Zivil an Brennpunkten sowie im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Und Bedarf besteht: Insgesamt wurden bis Juni 125 Bußgeldbescheide ausgestellt, das sind fast so viel, wie im gesamten Vorjahr: 2018 waren es 155.

Hohes Bußgeld

Wer beim illegalen Entsorgen von Müll erwischt wird, muss mitunter tief in die Tasche greifen. In diesem Jahr betrug das bisher höchste verhängte Bußgeld 3300 Euro. „Bestraft wurde in diesem Fall das illegale Abladen von Sperrmüll sowie Bau- und Abbruchabfällen“, sagt Ann-Katrin Gehrung, Sprecherin der Stadt. Am häufigsten werden von den Mitarbeitern des städtischen Vollzugsdiensts das illegale Entsorgen von Sperrmüll oder das Wegwerfen von Zigarettenkippen angezeigt.

Wer denkt, ohne auf frischer Tat ertappt zu werden, entgehe man der Geldstrafe, irrt. Vor allem bei großen Mengen Müll wird versucht, den Verursacher zu ermitteln. „Dies gelingt zum Beispiel durch Hinweise im Abfall, wie Briefe mit einer Anschrift darauf“, sagt Gehrung.

Um der zunehmenden Vermüllung in Stuttgart Herr zu werden, wurde außerdem das Personal beim städtischen Eigenbetrieb für Abfallwirtschaft (AWS) aufgestockt. „Die Abteilung Straßenreinigung wurde um zirka 50 Prozent auf 300 Stellen vergrößert“, sagt Gehrung. Jährlich werden von der AWS etwa 6000 Tonnen Müll im Stadtgebiet eingesammelt und entsorgt.

Personal verstärkt

Auch die Betriebsstelle Wangen, eine von insgesamt vier im Stadtgebiet, wurde um 13 Stellen verstärkt. Außerdem wurde der Fuhrpark vergrößert: Mit fünf zusätzlichen Fahrzeugen – einer mittelgroßen Kehrmaschine, zwei Kleinkehrmaschinen sowie zwei Reinigungsfahrzeuge gibt es nun insgesamt 20 Arbeitsgeräte. Zudem werden 275 weitere Papierkörbe im Stadtgebiet aufgestellt. Damit sind die Wangener für die Leerung von 1133 öffentlichen Müllbehältern zuständig. Die Reinigungsintervalle der Kehrmaschinen auf Fahrbahnen sowie die der manuellen Trupps, die für die Reinigung von Gehwegen, Plätzen und Grünflächen zuständig sind, wurden ebenfalls erhöht. Die Hauptverkehrsstraßen werden jetzt wöchentlich anstatt alle zwei Wochen gereinigt. Auch das Garten-, Friedhofs- und Forstamt hat bei rund 70 von insgesamt 600 Spielplätzen die Reinigungs- und Spielplatzkontrollgänge erhöht – und ebenfalls personell aufgestockt. Die sieben neuen Mitarbeiter sind im gesamten Stadtgebiet unterwegs.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: