Seit in Stuttgart und Karlsruhe gefährdete Viertel stärker ausgeleuchtet werden, meiden Einbrecher diese Gebiete Foto: dpa

Die Zahl der Einbrüche sinkt in Baden-Württemberg weiter – zumindest in den Gebieten, wo eine neue Prognose-Software testweise im Einsatz ist. Auch in Stuttgart gibt es einen verstärkt rückläufigen Trend. Ob’s an der neuen Software liegt?

Stuttgart - Die Zahl der Einbrüche ist in Stuttgart weiter am Sinken. Die Polizei verzeichnete in den ersten drei Monaten dieses Jahres laut einem Sprecher einen Rückgang der Einbrüche um rund 50 Prozent.

Bereits 2015 war die Zahl der Einbrüche in der Landeshauptstadt im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent gesunken. Zuvor war sie jahrelang angestiegen. Ob der jüngste Rückgang mit einer neuen Prognose-Software zusammenhängt, die von der Stuttgarter Polizei seit November getestet wird, ist unklar. Schon vor Inbetriebnahme des ­Systems waren die Zahlen rückläufig.

Bei der neuen Software wird der Polizeicomputer mit Details über begangene ­Einbrüche gefüttert. Sollten Profis am Werk gewesen sein, ist aller Erfahrung nach die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie im selben Viertel in den Tagen danach erneut zuschlagen. Der Computer schlägt in solchen Fällen Alarm, die Polizei kann dann auf die gefährdeten Viertel stärker ein Auge werfen. Die neue Software wird noch bis Ende April in Stuttgart und auch in Karlsruhe getestet, wo die Zahlen im ersten Quartal ebenfalls weiter gesunken sind, und zwar um ein Viertel. Anschließend wertet das Max-Planck-Institut für Strafrecht in Freiburg die Erfahrungen aus. Das Ergebnis wird für Anfang August erwartet, mindestens so lange wird die Software weiter betrieben. Sie wurde vom Institut für musterbasierte Prognosetechnik in Oberhausen entwickelt und kostet ­Lizenzgebühren. Für den gesamten Test soll der Steuerzahler rund 220 000 Euro zahlen.

Schutzmaßnahmen sollen stärker gefördert werden

Da die Entwicklung bundesweit längst nicht so positiv ist wie in Stuttgart, will die Bundesregierung private Schutzmaßnahmen gegen Wohnungseinbruch vermehrt fördern: Künftig soll es von der Förderbank KfW auch Zuschüsse für Investitionen unter 2000 Euro geben. Darauf verständigten sich die Fraktionen von CDU und SPD. Ab wann dies genau gilt, ist noch unklar.

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