Führt Reilly Hennessey auch in der nächsten Saison die Offensive von Stuttgart Surge an? Foto: Baumann

Der Kader des erfolgreichen Stuttgarter Football-Teams nimmt Gestalt an. Cheftrainer Jordan Neuman ist sich sicher, dass der Vize-Meister der ELF künftig noch stärker sein wird.

Nach der Saison ist vor der Saison. Mit dem Ergebnis der Arbeit, die auf die 34:53-Niederlage gegen Rhein Fire im Finale der European League of Football (ELF) Ende September folgte, ist Jordan Neuman zufrieden. Hochzufrieden. Denn dem Cheftrainer und Kaderplaner gelang in den vergangenen Wochen, was ihm am liebsten ist: eine Serie an Erfolgen. „Wir haben im Kampf um Spieler, die wir haben oder halten wollten, viel öfter gewonnen als verloren“, sagt Neuman, „wir werden künftig noch mehr Talent und Tiefe im Team haben. Die neue Mannschaft wird noch stärker sein.“

 

Das liegt auch daran, dass der Plan, die Verträge möglichst vieler Schlüsselspieler zu verlängern, aufgegangen ist. „Das Gesicht unseres Team“, sagt Jordan Neuman, „wird sich nicht wesentlich verändern.“ Fest steht bislang lediglich, dass Goran Zec nicht mehr dabei sein wird. Der Safety hat sich laut Neuman entschieden, seine Karriere in der ELF zu beenden.

Ein Fragezeichen steht allerdings noch hinter dem Namen Reilly Hennessey. Der 28-jährige Quarterback überlegt, ob es nicht an der Zeit wäre, seine beruflichen Vorhaben voranzutreiben. Dennoch sind die Verantwortlichen bei Stuttgart Surge zuversichtlich, den US-Amerikaner überzeugen zu können, Teil ihres Projekts zu bleiben. „Wir befinden uns in guten Gesprächen, er ist ganz klar unsere erste Wahl“, sagt Manager Suni Musa, „wenn er gesund ist, dann ist er mit Abstand der beste Quarterback der Liga.“ Das sieht auch Jordan Neuman so. „Wir sind ständig in Kontakt mit Reilly Hennessey und haben die Hoffnung, dass er in den nächsten Tagen einen neuen Vertrag unterschreibt“, erklärt der Coach, „er ist einer der besten Spieler in ganz Europa.“

Und sollte sich Hennessey doch entscheiden, in seine Heimat zurückzukehren? Hätten Musa und Neuman Alternativen im Blick. Schließlich will sich Stuttgart Surge mit dem einmaligen Erreichen des Finales nicht zufrieden geben. „Es gibt in der nächsten Saison nur ein Ziel: die Meisterschaft zu gewinnen“, sagt Jordan Neuman, „das werden wir einmal formulieren – und dann Woche für Woche daran arbeiten, es umzusetzen.“

Anbei ein Überblick über die bisher bekannten Neuzugänge und Spieler, die sicher bleiben werden.

Vier Verpflichtungen

Zu den Neuzugängen gehört ein früherer NFL-Profi: Der deutsche Linebacker Christopher Ezeala stand 2018 und 2019 bei den Baltimore Ravens unter Vertrag. Eine seiner großen Vorzüge ist seine Flexibilität – er spielte im Laufe seiner Karriere schon auf mehreren Positionen in der Defensive, aber auch in der Offensive als Runningback oder Fullback. Eine weitere hochkarätige Verstärkung für die Abwehr ist Simeon Okonta-Wariso. Der Brite, der als Linebacker und Defensive End eingesetzt werden kann, spielte zuletzt für die Hamburg Sea Devils.

Ebenfalls neu bei Stuttgart Surge ist Fullbacker León Helm, der aus Frankfurt kommt. Im Galaxy-Team prägte er vergangene Saison das Laufspiel und erzielte acht Touchdowns. Ein Ex-Teamkollege von Helm bei den Saarland Hurricanes wechselt auch nach Stuttgart: Von den Milano Seamen kommt Francesco Runco für die Offensive Line. Der Italiener (1,94 m/138 kg) gewann 2021 mit dem Nationalteam seines Landes den EM-Titel.

Verträge verlängert

Die Liste der Spieler, die bei Stuttgart Surge bleiben, ist lang. Los ging es bei den Vertragsverlängerungen mit drei der wichtigsten Akteure in der Offensive – den Receivern Louis Geyer, Yannick Mayr und Darrell Stewart (wir berichteten). Mittlerweile ist klar, dass Coach Jordan Neuman etliche weitere bekannte Namen in seinem Kader haben wird. Und alle sprechen nur von einem Ziel: dem ELF-Titel.

Auch in der nächsten Saison wird der französische Runningback Nicolas Khandar („Wir müssen zu Ende bringen, was wir 2023 angefangen haben“) ein Teil der Verantwortung für das Laufspiel tragen. Zudem nimmt die Offensive Line Gestalt an. Lukas Maier („Ich will erneut um die Meisterschaft kämpfen“), der in der vergangenen Saison alle 950 Snaps spielte, somit bei jedem Spielzug der Stuttgarter auf dem Feld stand und die große Konstante im Surge-Team war, hat seinen Kontrakt ebenso verlängert wie der 2,04 Meter große und 149 Kilogramm schwere Luca Jokiel („Die Finalniederlage war hart, jetzt ist sie unser Treibstoff“). Ebenfalls bleiben wird Alessandro Vergani („2023 war erst der Anfang, 2024 ist die Zeit zum Jagen“). Mit 33 Jahren ist der Kapitän des italienischen Nationalteams eine der Führungspersönlichkeiten im Kader. Auch Linebacker Sasan Jelvani („Das Ziel ist noch nicht erreicht“) gehörte im vergangenen Jahr zu den festen Größen in der Stuttgarter Defensive, er wurde sogar ins All-Star-Team der ELF berufen. Zudem werden auch die Defensive Lineman Alexander Kreß und Simon Butsch weiter für die Surge auflaufen.