Der Weg entlang der JVA wurde bislang indirekt beleuchtet. Seit der Zaun verkleidet wurde, ist es abends duster. Foto: Chris Lederer

Ein gern genutzter Feldweg nordöstlich der Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim liegt im Dunkeln, da dort ein Zaun mit Sichtschutzmatten verkleidet wurde. Die Beschwerden häufen sich.

Stammheim - Vielen Stammheimern ist seit einer Weile unwohl dabei, den Feldweg nordöstlich der Justizvollzugsanstalt (JVA) zu benutzen – zumindest nach Einbruch der Dämmerung. Das berichtet Susanne Korge. Zahleiche Beschwerden sind in den vergangenen Wochen bei der Bezirksvorsteherin eingegangen. Grund dafür ist ein Zaun, der nordöstlich der JVA im Mai aufgestellt worden war und kürzlich mit Sichtschutzmatten verkleidet wurde – aus Sicherheitsgründen, heißt es von offizieller Stelle. Nun ist es abends auf dem Weg stockduster. Doch der Wunsch vieler Bürger nach einer Beleuchtung gestaltet sich schwierig, denn die Areale zwischen JVA und Feldweg fallen in unterschiedliche Verantwortungsbereiche.

Sicherheit für Jogger und Fahrradfahrer

„Bislang wurde der Weg von der JVA-Beleuchtung erhellt“, sagt Susanne Korge. Die Sichtschutzplane nimmt diesem nun das Licht. Auf der anderen Seite verläuft ein Lärmschutzwall. „Damit bekommt der Weg natürlich eine gewisse Enge“, sagt Korge, die sich nach den Beschwerden vor Ort selbst ein Bild gemacht hat. Viele Bürger nutzen den Weg, um schnell auf die Solitudeallee zu gelangen oder um mit ihrem Hund Gassi zu gehen. Vor allem für Frauen sei hier ein „Angstraum“ entstanden. „Es geht aber auch um Sicherheit für Jogger und Fahrradfahrer. Gerade im Winter sieht man nicht, wenn es rutschig ist“, sagt sie.

Für die Errichtung zuständig ist die Landesbehörde Vermögen und Bau. „Zaun und Sichtschutz dienen der Absicherung des neuen Hubschrauberlandeplatzes und werden vom Polizeipräsidium Stuttgart und vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg gefordert“, erklärt die Amtsleiterin Corinna Bosch. Auf eine Verhüllung des Zauns könne nicht verzichtet werden, da aus sicherheitsrelevanten Gründen bei Gefangenentransporten zu den Prozessen vermieden werden solle, die Personen zu erkennen. „Wir haben ursprünglich die Situation vor Ort anders eingeschätzt, nehmen jetzt die Sorgen der Anwohner aber natürlich ernst“, sagt Bosch weiter. Man sei an einer guten Lösung vor Ort interessiert und werde dazu seinen Beitrag leisten.

JVA ebenfalls Leidtragende

Die Sorgen der Bürger hat auch der Leiter der JVA Matthias Nagel mitbekommen, allerdings seien ihm die Hände gebunden. „Der Hubschrauberlandeplatz liegt außerhalb der JVA und im Verantwortungsbereich des Oberlandesgerichts“, erklärt er. Vielmehr sieht er auch sich als Leidtragender der neuen Zaunverkleidung. „Für unsere Überwachungskameras an der Außenmauer haben sich die Lichtverhältnisse verschlechtert“, erklärt er. Deshalb plane man an der JVA, in Sachen Beleuchtung nachzurüsten. Laut Nagel könnte so wieder etwas Licht für den Weg abfallen.

Dass der Feldweg keine eigene Beleuchtung hat, erklärt der Stuttgarter Pressesprecher Martin Thronberens: „Feldwege und Fußwege außerhalb der Bebauung werden von der Stadt in der Regel nur beleuchtet, wenn der Weg eine wichtige Verbindungsfunktion hat.“ Dies sei hier nicht der Fall. Da jedoch der Wunsch seitens vieler Bürger da sei, werde man mit dem Amt für Vermögen und Bau Kontakt aufnehmen, um die Situation abzustimmen.

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