Die Zugänge zur S-Bahn-Haltestelle Stadtmitte sollen sicherer werden. Foto: Leif-H.Piechowski

Bahn verbessert Brandschutz in fünf unterirdischen Stationen – Feueralarm in S2 am Feuersee.

Stuttgart - Viele Fahrgäste eilen achtlos vorbei, andere bleiben in der S-Bahn-Station Stadtmitte kurz stehen und betrachten fragend das Konstrukt, das dort derzeit aufgebaut wird. An den Treppenaufgängen installiert die Deutsche Bahn jetzt feste Einhausungen mit durchsichtigen Brandschutztüren. Ende Mai sollen sie in Betrieb gehen. Die Türen stehen im Normalfall offen, bei Rauchentwicklung in der unterirdischen Haltestelle schließen sie sich jedoch automatisch. So soll verhindert werden, dass sich die als Fluchtwege wichtigen Treppenaufgänge mit Rauch füllen. "Die Leute auf dem Bahnsteig können sich durch die leichten Schwingtüren retten und hinausgelangen", sagt Nikolaus Hebding, Leiter des Bahnhofsmanagements in Stuttgart.

In den nächsten Wochen werden alle fünf unterirdischen S-Bahn-Haltestellen in der Stadt mit den Einhausungen ausgestattet. Sie sind aber nur ein Baustein in einer großangelegten Nachrüstung der Stationen Hauptbahnhof, Stadtmitte, Feuersee, Schwabstraße und Universität. Im Rahmen einer bundesweiten Erneuerung des Brandschutzes in unterirdischen S-Bahn-Haltestellen investieren Bahn und Bund allein in Stuttgart rund 30 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen noch bis 2015 laufen und vorwiegend nachts abgewickelt werden, damit es für die Fahrgäste zu möglichst wenig Behinderungen kommt.

Aufregung um einen vermeintlichen Brand

"Wir haben einige Maßnahmen bereits umgesetzt, ohne dass dies für die Passagiere zu sehen war", sagt Hebding. Sichtbar sind dagegen beleuchtete Fluchtweg-Piktogramme oder die neuen Glaskästen, in denen jetzt die Feuerlöscher untergebracht sind. Zum Brandschutz-Paket gehören auch eine neue Brandmeldeanlage, eine Entrauchungsanlage und eine neue Deckenkonstruktion. "Wir werden die Lamellendecken abhängen, damit sich der Rauch im Brandfall nach oben ausbreiten kann", sagt Hebding. Passagiere sind dann einer geringeren Belastung ausgesetzt. Den Abschluss der Arbeiten bildet eine neue Sicherheitsbeleuchtung in den Stationen.

Das Konzept geht auf ein Brandschutzgutachten zurück, das externe Fachleute gemeinsam mit dem Eisenbahn-Bundesamt und der Feuerwehr erarbeitet haben. Es gilt für alle unterirdischen S-Bahn-Haltestellen in Deutschland. Etwa 50 davon werden umgerüstet, darunter die fünf in Stuttgart. Die Station am Flughafen etwa bleibt von größeren Arbeiten ausgenommen, weil sie laut Hebding nicht so alt ist wie die in der Innenstadt und an der Universität und bereits mit modernerem Brandschutz ausgestattet worden sei.

Wie zur Bestätigung gab es am Mittwoch um 16.50 Uhr Aufregung um einen vermeintlichen Brand in einer S-Bahn am Halt Feuersee. Der Zug der Linie S<TH>2 Richtung Schorndorf blieb für knapp eine halbe Stunde später, konnte dann aus eigener Kraft weiter. "Der Defekt", so eine Bahnsprecherin, "wird nun in der Werkstatt untersucht." Der Feierabendverkehr kam aus dem Takt.

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