Die Qual der Wahl. Einen richtigen Helm zu finden ist bei diesem Angebot nicht immer einfach. Foto: dpa

Manche halten ihn für uncool, aber er ist ein Muss: der Fahrradhelm. Inzwischen gibt es sie in allen Formen und Farben. Wir haben einen Experten aus Stuttgart gefragt, worauf zu achten ist.

Stuttgart - Ein Fahrradhelm kann Leben retten. Bei einem Aufprall auf dem Boden schützt er den Kopf vor schweren Verletzungen. Aus diesem Grund wäre es falsch, an dieser Stelle zu sparen. Inzwischen gibt es auch schicke Modelle, die einiges besser aussehen als die unförmigen Eierschalen aus Styropor, die man sich früher auf den Kopf gesetzt hat. Hier sind einige Tipps, was man beim Kauf eines Helmes beachten sollte.

Welchen Helm brauche ich?

Wichtig ist es, sich vor dem Kauf zu fragen, zu welchem Zweck in den Helm trage. Fahre ich vor allem in der Stadt? Bin ich eher der Rennradler? Wie viel Wert lege ich auf das Aussehen? Bin ich eher sportlich und auf längeren Touren unterwegs, sollte der Helm leicht sein. In der Stadt ist es von Vorteil, wenn der Helm hinten etwas weiter nach unten in den Nacken geht. Diese Bauweise kann bei Stürzen auf den Hinterkopf besser schützen. Oft zu sehen sind im Moment sogenannte Dirt Helme. Die schützen zwar sehr gut – auch die Nackenpartie – sind aber eher schlecht belüftet. Für den Alltag ungeeignet sind Integralhelme, die aussehen wie Motorradhelme. Sie sind für das sehr sportliche Fahren im Gelände vorgesehen.

Passt der Helm wie angegossen?

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit: ein Helm muss passen. Er darf nicht zu groß und nicht zu klein sein. „Die Passform testet man am besten dadurch, dass man den Helm aufsetzt, ohne die Riemen unterm Kinn zu schließen“, erklärt Jochen Rieger, Fachverkäufer bei Bikes`n`Boards in der Tübingerstraße. „Wenn man dann den Kopf schüttelt, sollte der Helm dennoch gut auf dem Kopf sitzen und nicht wackeln.“ Zudem sollten die Kinnriemen und der Kopfring gut zu bedienen sein, um den Helm ohne Probleme anpassen zu können. „Groß in Mode vor allem im Stadtverkehr, aber etwas problematisch sind in dieser Hinsicht die so genannten Dirt Helme“, sagt Rieger. Die sollten sehr gute passen, da sie keinen Kopfring haben.

Werde ich von allen gut gesehen?

Was die Farbe angeht, gibt es eine klare Regel: je leuchtender, desto sicherer. Jochen Rieger: „Das Beste ist eine richtig auffallende Farbe.“ Und wer noch mehr für seine Sicherheit tun will. Ein paar Reflektoren am Helm können die Sichtbarkeit gerade in der Dämmerung noch einmal deutlich erhöhen.

Habe ich immer einen kühlen Kopf?

Gerade im Sommer kann es unter dem Helm ziemlich unangenehm heiß werden. Wichtig ist, dass genügend Lüftungsschlitze vorhanden sind, die die Luft an den Kopf führen und dann auch wieder herauslassen. „Es sollte kein Zug am Kopf entstehen, aber auch keine Stauhitze“, erklärt der Fachmann. Von Vorteil ist es, wenn der Helm an den Luftschlitzen ein Netz hat, damit während der Fahrt keine Insekten zwischen Helm und Kopfhaut kommen. Eine wildgewordenen Biene kann fatal sein.

Ist der Helm gut verarbeitet?

Die Verarbeitung eines Helmes ist auch wichtig für die Sicherheit. So sollte etwa darauf geachtet werden, dass sich die Oberschale und der Schaumkern gut miteinander verklebt sind. Auch sollten sich die Innenpolster bei längerem Gebrauch nicht lösen.

Aus welchem Material ist der Helm?

Ein Argument beim Kauf sollte auch die Umweltfreundlichkeit des Helmes sein. Sind etwa schadstoffarme Materialien verwendet. Dass also zum Beispiel keine chlorierten Kunststoffe und Weichmacher (Phthalate) verbaut sind. Inzwischen werden auch Helme aus hochwertigen und allergiefreien Materialien angeboten. Das gilt auch für die Riemen, die den Helm halten.

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