Der mutmaßliche Handtaschenräuber ist gefasst. Foto: dpa

Die Polizei hat einen 26-Jährigen gefasst, der neun Frauen überfallen haben soll. Er hatte in der ganzen Stadt Spuren hinterlassen, die ihn verrieten.

Stuttgart - Das Bangen, wann und wo der brutale Handtaschenräuber wieder zuschlagen könnte, hat ein Ende: Die Polizei hat einen Tatverdächtigen gefasst. Er ging den Fahndern am Montag ins Netz, und die Polizei vermutet, dass sie ihn kurz vor der nächsten Attacke stellen konnte. Der Mann wurde am Montag gegen 17 Uhr an der Haltestelle Schwabstraße im Westen gefasst. Die Ermittler, die ihm dorthin gefolgt waren, hatten den Eindruck, dass er sich in der Bahn und an der Haltestelle erneut ein Opfer aussuchen wollte, um es wenig später auszurauben.

Die Polizei war ihm mit Aufnahmen aus Überwachungskameras auf die Spur gekommen: Bei mehreren der neun Überfälle zwischen dem 30. Mai und dem 11. Juni war er den Opfern von der Stadtbahn gefolgt. Die Täterbeschreibung der Frauen passte auf den 1,60 Meter großen, 26 Jahre alten Mann, der in den Bahnen gefilmt wurde.

Auf dem Weg zum nächsten Opfer?

Etwa 50 Beamte wurden eingesetzt, um in der ganzen Stadt nach dem Mann auf den Aufnahmen zu fahnden. Gegen 16.45 Uhr entdeckten ihn Beamte in der Klett-Passage. Sie folgten ihm, als er mit der S-Bahn zur Schwabstraße fuhr. An der Schwabstraße kontrollierten sie den Mann und nahmen ihn fest. Er hatte den Schlüssel eines Schließfaches bei sich, in dem die Polizei Beutestücke aus den Überfällen fand. Außerdem lagen darin Kleidungsstücke, welche der 26-Jährige bei den Überfällen getragen haben soll. Ob er auch eine feste Unterkunft in Stuttgart hatte, stehe noch nicht fest, sagte der Polizeisprecher Tobias Tomaszewski. Die Taten habe er teilweise eingeräumt. Der Mann wurde am Dienstag einem Richter vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ. Der 26-Jährige war kurz vor der ersten Tat aus Bulgarien nach Deutschland gekommen und hat hier keinen Wohnsitz.

Die Polizei setzte 50 Beamten zur Fahndung in der ganzen Stadt ein

Die Serie hatte am 30. Mai angefangen. Bereits nach dem dritten Überfall am 2. Juni hatte die Polizei den Verdacht gehegt, dass ein Serientäter dahinter stecken könnte. Bei den Beschreibungen kristallisierte sich das Bild eines nicht besonders großen jungen Mannes heraus. Aufgrund der geringen Körpergröße hieß die Ermittlungsgruppe in dem Fall „Zwerg“. Doch es war nicht in erster Linie das Äußere des Tatverdächtigen, was bei der Polizei die Theorie vom Serientäter befeuerte. Vor allem dessen brutale und rücksichtslose Vorgehensweise seinen zum Teil hochbetagten Opfern gegenüber war für die Polizei die augenfällige Gemeinsamkeit der Taten.

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