Das Feuerwehrmagazin in der Nagoldstraße ist mittlerweile zu klein und außerdem sanierungsbedürftig. Foto: Edgar Rehberger

Eigentlich sollte das neue Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr bereits 2022 fertig sein. Der Bau verzögert sich jedoch um mindestens drei Jahre. Nicht nur der Bezirksbeirat ist empört.

Münster - Der Neubau des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr an der Ecke Löwentor-/Austraße wird frühestens 2025 fertig. Das sind mindestens drei Jahre später als geplant. Der Grund: Bebauungsplan und Flächennutzungsplan müssen vor Beginn der Arbeiten geändert werden und das ist aufwendig. Für die Änderungen werden eine Umweltprüfung mit Umweltbericht, eine Flächenausgleichsbilanz für die Eingriffe in Natur und Landschaft sowie eine Überprüfung des Artenschutzes benötigt, teilte die Verwaltung dem Bezirksbeirat Münster mit.

Weil Wohnungsbauprojekte derzeit höher priorisiert sind, können Änderungen im Bebauungsplan aktuell nicht bearbeitet werden, heißt es in der Stellungnahme. Deshalb ist laut Verwaltung mit einer Fertigstellung des Feuerwehrmagazins frühestens ab 2025 zu rechnen. Mit dieser Verspätung hätte niemand gerechnet. Wurde den Bezirksbeiräten doch erst im vergangenen Dezember von Vertretern des Hochbauamts ein Zeitplan vorgestellt, der eine Fertigstellung des Gerätehauses bereits im Jahr 2022 vorgesehen hatte. Eigentlich sollte ein Vorprojektbeschluss Anfang dieses Jahres gefasst werden, um Mittel im Doppelhaushalt 2020/21 anmelden zu können. Geplanter Baubeginn war 2021.

Mehr Platz benötigt

Der Ärger über diese Neuigkeiten war groß. „Wir brauchen dringend mehr Platz“, sagte Tobias Merz, Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr Münster. Denn das bisherige Gerätehaus in der Nagoldstraße stammt aus den 1960er-Jahren, ist mit 650 Quadratmetern Nutzfläche inzwischen zu klein, wird den arbeits- und einsatztechnischen Anforderungen bei weitem nicht gerecht und ist sanierungsbedürftig. Für Merz ist die Verzögerung nicht nachvollziehbar. Nachdem das Vorhaben im Dezember im Bezirksbeirat vorgestellt wurde, sei er davon ausgegangen, dass alles abgestimmt wäre und das Bauvorhaben durchgeführt werde. „Jetzt stehen wir wieder ganz am Anfang. Die Stadt hat das Vertrauen verspielt.“ Aus seiner Sicht werde durch solche Verzögerungen „das Ehrenamt mit Füßen getreten“.

Auch die Bezirksbeiräte sind verärgert: Als „Skandal“ bezeichnete Dietmar Bulat (SPD) die neuesten Entwicklungen bezüglich des Feuerwehrmagazins. „Am Nasenring durch die Arena geführt“, fühlt sich auch Martin Mäule (CDU). Es sei nicht nachzuvollziehen, warum Aussagen, die im Dezember vor dem Bezirksbeirat getroffen wurden, heute zurückgezogen würden. Auch Wolfgang Döking (Grüne) äußerte Unverständnis über die mangelnde Kommunikation zwischen den Ämtern.

Höchste Priorität

Vertreter der Fraktionen waren sich einig, dass Arten- und Umweltschutz wichtige Anliegen seien, die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr Münster und das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder aber unterstützt werden müssen. Im konkreten Fall durch den Neubau. Daher fassten die Bezirksbeiräte einen Beschluss und zeigten sich „schockiert“ über die Stellungnahme des Amts für Stadtplanung. Einstimmig wird daher gefordert, „die höchste Priorisierung zur Umsetzung dieser Pflichtaufgabe anzuordnen, da es hierbei um Brandschutz und die Rettung von Menschenleben geht“. Außerdem forderten die Lokalpolitiker die Verwaltung auf, eine Begehung des Stadtbezirks mit Feuerwehr, Amt für öffentliche Ordnung und den Bezirksbeiräten durchzuführen. Denn die Freiwillige Feuerwehr leidet nicht nur unter Platzproblemen, auch etliche Falschparker blockieren die Straßen im Stadtbezirk. „Wir haben teilweise Hinweiszettel an den Windschutzscheiben angebracht, um Falschparker im Bereich ums Gerätehaus zu informieren“, sagte Merz. Auch beim Amt für öffentliche Ordnung wurde schon auf das Problem hingewiesen, die Behörde habe mitgeteilt, das zu wenig Personal – vor allem abends – für regelmäßige Kontrollen vorhanden sei.

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