Der Eingang des früheren kommunalen Kinos Foto: Philip Weingand

Der Stuttgarter Gemeinderat hat über einen Zuschuss für das Filmprojekt noch nicht endgültig entschieden.

Stuttgart - Die Pläne für ein kommunales Kino drohen zu scheitern. Der Gemeinderat hat in seinen Haushaltsberatungen nicht endgültig über einen Zuschuss für das Projekt entschieden, sondern den Beschluss auf das neue Jahr vertagt. Allerdings soll das Vorhaben – wenn überhaupt – aus einem Sonderetat finanziert werden. In dem konkurriert der Plan mit anderen Kulturprojekten.

Wie berichtet, hatte sich zur Wiederbelebung des kommunalen Kinos eine Gruppe von namhaften Kulturschaffenden zusammengefunden. Zu der gehören Institutionen von der Merz-Akademie über den Treffpunkt Rotebühlplatz bis hin zur Wirtschaftsförderung der Region. Die Initiatoren hatten ein vollständiges Konzept für ein Film- und Medienhaus samt angeschlossener Gastronomie entworfen. Das allerdings hat seinen Preis: 300 000 Euro Zuschussbedarf waren in dem Projektpapier allein fürs erste Jahr errechnet. Das schien trotz mehrheitlicher Unterstützung im Gemeinderat auch Stadträten zu viel, die das Vorhaben befürworten.

Markus Merz, der Rektor der Merz-Akademie, hatte schon vor Beginn der Haushaltsberatungen angekündigt, dass sich die Initiative im Fall einer Ablehnung oder Vertagung auf den nächsten Doppelhaushalt auflösen werde.

Diese Meinung scheint sich zu verfestigen. In jenem Sonderetat sind für alle zurückgestellten Kulturprojekte zusammen lediglich 400 000 Euro eingestellt. Dass der Gemeinderat den Großteil davon dem kommunalen Kino zusprechen wird, scheint unwahrscheinlich. Jedenfalls „glauben wir nicht, dass damit ein professioneller, erfolgreicher Start möglich ist“, meint Christian Dosch von der Filmförderung der Region, der Gemeinderat habe „das Potenzial nicht erkannt, teilweise sind wir zum politischen Spielball geworden“.

Eine endgültige Entscheidung will die Gruppe Anfang des Jahres bei einer Mitgliederversammlung treffen. Allerdings liest sich Doschs Einschätzung der zu erwartenden Mehrheit nicht nach einer Fortsetzung der Bemühungen: Die Gruppe der Kulturschaffenden werde sich „eher von der Initiative verabschieden“.

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