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Die Rettungshundestaffel Rems-Murr mit Sitz in Leutenbach ist mit dem Ehrenamtspreis „Echt gut“ ausgezeichnet worden. Sabine Nägele s
pricht im Interview über die Bedeutung der Würdigung für die Staffel und deren Arbeit.

Die Wahl auf den zweiten Platz beim Landeswettbewerb „Echt Gut“ in der Kategorie „Lebendige Gesellschaft“ ist für die Rettungshundestaffel Rems-Murr nicht nur eine schöne Bestätigung ihrer Arbeit. Er helfe auch sie zu finanzieren, sagt die Pressereferentin Sabine Nägele. Denn um die Kosten ihrer Einsätze zu decken, sei man allein auf Spenden angewiesen oder zahle aus eigener Tasche drauf.
Frau Nägele, die Hunde wird die Auszeichnung wohl wenig kümmern, aber was bedeutet sie für die menschlichen Teammitglieder?
Wir haben uns alle sehr über den zweiten Platz gefreut. Er bestärkt uns in unserer Arbeit mit unseren Hunden. Es ist ein schönes Gefühl, dass unseren Mitmenschen das, was wir leisten, gefällt, und sie uns auf diesem Weg danken und versuchen uns zu helfen. Damit wir und unsere Hunde weiter Menschenleben retten können.
Ist die Auszeichnung für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit auch ein zusätzlicher Motivationsschub? Denn Sie investieren ja sicherlich allein in die Ausbildung der Hunde viel Zeit.
Es ist schön zu wissen, dass viele Menschen dankbar sind, dass es ehrenamtliche Rettungshundeteams wie uns gibt. Aber der Hauptmotivator sind unsere Hunde. Sie reißen einen mit ihrer Freude für diese Aufgabe mit. Wenn der Hund bei einer Alarmierung daheim kaum zu bremsen ist und auch nach dem Absuchen von einer acht Fußballfelder großen Waldfläche immer noch motiviert durch das Unterholz rennt und finden will – auch wenn er vielleicht nichts finden wird –, ist das Motivation, die ansteckt und mitreißt. Mich persönlich motiviert zudem der Gedanke: Was ist, wenn ich mal Hilfe brauche und es kommt dann keiner? Wir sind motiviert alles Menschen- und Tierischmögliche zu leisten, um in Not geratenen Mitmenschen zu helfen. Und vielleicht gibt es jemand genauso Motivierten, wenn ich mal Hilfe benötige.
Wussten Sie, dass Ihre Rettungshundestaffel für den Preis „Echt Gut“ vorgeschlagen wurde, oder war allein schon die Nominierung eine völlige Überraschung?
Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass es überhaupt die Möglichkeit gibt, an so etwas teilzunehmen und dass uns jemand dafür vorgeschlagen hat. Auf eine Platzierung unter den ersten drei hatten wir nicht zu hoffen gewagt. Umso größer war unsere Freude, dass wir von unseren Mitmenschen auf den zweiten Platz gewählt wurden. Herzlichen Dank dafür!
Wofür werden Sie das Preisgeld von 2000 Euro verwenden?
Da wir uns allein durch freiwillige Spenden bei Sammlungen und durch Mitgliedsbeiträge finanzieren, werden wir es für unsere Arbeit einsetzen. Denn mit diesen Spenden kaufen wir die Kenndecken für unsere Hunde, die vorgeschriebene Einsatzkleidung sowie Funkgeräte, finanzieren Fortbildungen und Schulungen, und auch die Instandhaltung unseres Einsatzfahrzeugs wird damit gedeckt. Im Moment haben wir neun Einsatzhunde. Das heißt, gut die Hälfte des Teams fährt immer in Privatautos zum Einsatz, weil uns ein zweites Einsatzfahrzeug fehlt. Auch diese Fahrten bezahlen wir, ohne darüber nachzudenken, aus unseren eigenen Taschen. Leider können wir nicht auf eine staatliche Förderung oder einen Zuschuss bauen. Und so sind wir dankbar für jede kleine Spende, die uns unsere Arbeit erleichtert und uns diese überhaupt erst möglich macht.
b>Die Staffel

Hunde
Aktuell verfügt die Rettungshundestaffel Rems-Murr über neun geprüfte Flächen- und drei Trümmersuchhunde. Zudem sind 19 vierbeinige Retter momentan in Ausbildung. Zwei bis drei Jahre dauert diese. Allein für das Training wenden die Hundeführer im Jahr rund 500 Stunden auf.

Einsätze
Zehn bis 20 Mal wird die Staffel im Jahr alarmiert. Über die Integrierte Leitstelle Rems-Murr, die alle Hilfseinsätze im Kreis koordiniert, wird die Staffel, die dem Bundesverband Rettungshunde angeschlossen ist, verständigt. Ein Hund kann in 20 Minuten ein Areal von fünf Fußballfeldern absuchen, so viel wie ein 50-köpfiges Menschenteam.

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