Fast 200 Fahrer gingen beim 21. Hohenheimer Schloss-Radrennen an den Start, darunter 74 Profis. Foto: Alessa Becker

Jonas Schmeiser hat beim 21. Hohenheimer Schloss-Radrennen den Sieg eingefahren. Auch für diejenigen, die nicht in die Pedale treten wollten, war vor schöner Kulisse in Stuttgart-Hohenheim viel geboten.

Hohenheim - Sogar die Sonne lachte den Rennfahrern zu und am Rand der Strecke jubelten etwa 10 000 Zuschauer. Da stieg der Puls der Radler und ihr Kampfgeist wurde geweckt. Beim traditionellen Hohenheimer Schloss-Radrennen ging es auch in diesem Jahr wieder heiß her. Am Sonntag fand das Rennen zum 21. Mal in der reizvollen Kulisse rund um das Hohenheimer Schloss statt. Die Sportler mussten auf einer Strecke von mehr als 85 Kilometern ihre Leistung zeigen und 53 Runden um das Hohenheimer Schloss mit seinen grünen Gärten und Feldern zurücklegen. Der Uni-Campus wurde zur Radrennbahn.

„Aus einer Bierlaune heraus“ sei die Idee dazu vor mehr als 21 Jahren entstanden, erzählte Folker Baur. Er ist der Vorsitzende des TV Plieningen und der Organisator des Rennens. Mit dem ehemaligen Radrennfahrer Reinhard Grauer rief er ein kleines Rennen ins Leben, das bald Sponsoren fand und sich schließlich zu einem wichtigen Event im Saisonprogramm so mancher Profis mauserte.

Oldtimer-Ausfahrt und Kinderprogramm

„Wenn die Radfahrer vorbeidüsen, spüre ich die Begeisterung der Zuschauer in der Luft“, sagte Folker Baur. Der 67-Jährige hofft auf eine langjährige Fortführung des Traditionsrennens. „Wenn meine Gesundheit mitmacht, möchte ich auf jeden Fall noch bis zum 25. Schloss-Radrennen dabei sein“, sagte er. Dabei sind auch rund 150 ehrenamtliche Helfer und 15 Sanitäter, die sich um die Sicherheit und das Wohl der Sportler und um die Verpflegung der Zuschauer kümmern.

„Durch unser buntes Rahmenprogramm ist für Jung und Alt etwas dabei“, sagte Baur. Bereits um 10 Uhr begann das Schloss-Radrennen mit einem Jazz-Frühstück. Später fuhren die Oldtimer-Liebhaber vor. Die Kinder konnten ein Fahrradsicherheitstraining absolvieren oder sich von der Schiffsschaukel durch die Lüfte schwingen lassen. „Unser Rahmenprogramm ist eine Mischung aus Sport und Hocketse“, sagte Baur, der selbst den Sommer über etwa 5000 Kilometer Fahrrad fährt. Aus luftiger Höhe konnte Klaus Renz, Weltmeister im Fallschirmspringen, das Rennen verfolgen. Er sprang in diesem Jahr wieder aus einem Flugzeug über dem Schloss und landete knapp neben der Zielgeraden, wo er an Stephan Dabbert, Rektor der Universität Hohenheim, die Pistole für den Startschuss übergab.

Veranstalter hat keine Nachwuchssorgen

Nach dem Rennen der Betriebsgruppen und der C-Amateure fiel dann um Punkt 14.30 Uhr der Startschuss für das Profi-Rennen, bei dem 74 Fahrer aus dem In- und Ausland an den Start gingen.

Große Hoffnung lag auf Andreas Schillinger vom Profiteam Bora-Hansgrohe, der im vergangenen Jahr den ersten Platz beim Schloss-Radrennen machte und bereits zweimal bei der Tour de France mitfuhr. In drei Wochen wird er dort abermals antreten. Den ersten Platz machte jedoch Jonas Schmeiser vom Bundesliga-Team des RSC Kempten aus dem Allgäu, das schon seit mehr als zehn Jahren in Hohenheim zu Gast ist.

Gemeinsam mit Yannik Steinle hatte er sich nach der Halbzeit vom Hauptfeld gelöst und die Distanz zu seinen hochkarätigen Verfolgern halten können. Steinle belegte den zweiten, der Spanier Eduard Prades den dritten Platz auf dem Treppchen. „Ich merke, dass sich auch die jungen Leute für den Sport interessieren, sodass wir uns keine Sorgen um Nachwuchs machen müssen“, sagte Baur und ergänzte: Das Schönste sei, wenn am Ende des Tages alles gut gelaufen sei. „Dann können wir uns schon aufs Rennen im nächsten Jahr freuen.“

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