Die nur einspurig befahrbare Hedelfinger Brücke über die B 10 ist in schlechtem Zustand und muss ersetzt werden. Foto: Mathias Kuhn

Die Hedelfinger Brücke über die B 10 ist in einem sehr schlechten Zustand. Laut Gutachter müsste sie durch einen Neubau ersetzt werden. Ein Alternativvorschlag: eine Abfahrt an der B-10-Ausfahrt Hafen Süd.

Hedelfingen - Wer aus den Oberen Neckarvororten in Richtung Wertstoffhof und zur Deponie Einöd fahren will, nutzt normalerweise die Hedelfinger Brücken. Während die große Neckarbrücke auf Höhe der Hedelfinger Schleuse noch gut befahrbar ist, weist die provisorische Brücke über die Bundesstraße 10 sichtbar einige Mängel auf. Die eh schon schmale Brücke ist seit Jahren nur einspurig passierbar.

Die Brücke wurde im Jahr 1980 im Zuge der Planungen einer Filderauffahrt errichtet. Damals gab es noch realistische Pläne, auf Höhe der Deponie Einöd eine Südumfahrung um Hedelfingen beginnen zu lassen. Über eine Tunnel- und Brückenkombination sollte der Fahrzeugstrom über das Katzenbachtal in Richtung Heumaden und Sillenbuch gelenkt werden. Die dazu installierte Brücke über die B 10 wurde allerdings nicht neu errichtet: Bereits Anfang 1970 diente der Überbau beim Bau des Stadtbahntunnels in der Heilbronner Straße als Behelfsbrücke. Das Provisorium versieht also fast ein halbes Jahrhundert seinen Dienst.

Stadt sucht nach einer Lösung

„Im Rahmen der regelmäßigen Bauwerksprüfungen wurde nun aber der sehr schlechte, bauliche Zustand der Stahlbrücke über der Bundesstraße 10 festgestellt“, heißt es in einer Beschlussvorlage für die Mitglieder des gemeinderätlichen Umweltausschlusses. Der Überbau genüge nicht mehr den verkehrlichen Anforderungen. So könne die Brücke derzeit nur einspurig befahren werden. Für Fußgänger und gegebenenfalls Radler sind rechts und links mit Baken je ein schmaler Streifen abgetrennt.

Für die Gutachter ist klar: Auf Grundlage der Prüfergebnisse sei ein Ersatzneubau erforderlich. Die Stadt will ein Ingenieurbüro beauftragen, eine geeignete Lösung zu erarbeiten, bei der die bestehenden Widerlager möglichst weiterverwendet werden können. Die Stadtverwaltung hofft dabei auf einen 50-prozentigen Zuschuss durch das Land. Die Landesregierung hat einen kommunalen Fonds für die Sanierung von Brückenbauwerken aufgelegt. Falls die Landesmittel bewilligt werden, müsste der Bau der neuen Brücke bis 31. Dezember 2022 abgeschlossen sein.

Bei der Vorstellung des Projekts brachte jedoch Ralph Schertlen, Stadtrat der Stadtisten im Gemeinderat, eine Alternative ins Spiel. „Wieso kann man die Einödstraße und die Deponie nicht über den Anschluss Hafen Süd besser anbinden?“ Die Stadtverwaltung sagte nach einer kurzen Diskussion dem Gemeinderat zu, diese Variante auf ihre Machbarkeit zu überprüfen und das Ergebnis vorzustellen.

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